Während Berlin gerade unter Frost, Glätte und Winterchaos ächzt, kämpft Australien mit einer Wetterlage, die vielen den Atem raubt. Im Südosten des Landes steigen die Temperaturen seit Tagen immer weiter – auf über 40, teils sogar bis zu 45 Grad. Und das nicht nur tagsüber, auch nachts kühlt es kaum ab.
Wenn Hitze, Wind und Trockenheit zusammenkommen
Meteorologen sprechen von einer der heftigsten Hitzewellen der vergangenen Jahre. Besonders betroffen sind New South Wales, Victoria, South Australia und Tasmanien. Für Freitag warnen die Wetterdienste vor der gefährlichsten Kombination überhaupt: extreme Hitze, starke Winde und extrem trockene Luft. Eine Mischung, bei der ein kleiner Funke genügt.
Die Sorge vor Buschfeuern wächst stündlich. In mehreren Bundesstaaten gilt höchste Brandgefahr, vielerorts wurden umfassende Feuerverbote verhängt. Feuerwehr und Rettungsdienste sind in Alarmbereitschaft.

In Melbourne wurden bereits über 41 Grad gemessen, in Teilen Victorias sogar 44 Grad. In den kommenden Tagen könnten die Temperaturen in den Innenregionen auf 46 oder 47 Grad klettern. Meteorologen sprechen von der stärksten Hitzewelle im Südosten Australiens seit sechs Jahren.
Rettungsdienste am Limit
Die Hitze trifft nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Rettungsdienste melden deutlich mehr Einsätze. Immer häufiger geht es um Atemnot, Herzprobleme oder Kreislaufzusammenbrüche.
Immer mehr Australier leben dort, wo Buschland und Städte direkt aufeinandertreffen. Wie mehere Medien berichten, hat sich seit dem Jahr 2000 die Bevölkerung in besonders brandgefährdeten Vororten von Melbourne und Perth mehr als verdoppelt. Rund 6,9 Millionen Menschen wohnen heute in Gebieten, die bei Bränden besonders gefährdet sind.
Hinzu kommt, dass frühere regenreiche Jahre das Pflanzenwachstum gefördert haben – jetzt ist dieses Material ausgetrocknet und wirkt wie Zunder.


