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Großer Polizeireport: Das ist das gefährlichste Freibad Berlins!

103 Polizeieinsätze seit Saisonstart: Im Sommerbad Kreuzberg kracht es am häufigsten. Wo die Polizei besonders oft ausrücken musste.

Author - Mariella Mandurino
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Das Sommerbad in Kreuzberg ist das bislang Kriminellste in Berlin.
Das Sommerbad in Kreuzberg ist das bislang Kriminellste in Berlin.Imago

Die Sonne knallt, die Becken sind voll und immer gibt es Ärger. Während Tausende Berliner an heißen Sommertagen Abkühlung in den Freibädern suchen, häufen sich in einigen Berliner Bädern die Einsätze.  Eine Auswertung der Polizei zeigt jetzt: Über 100 Einsätze wurden bis zum 22. Juni registriert. Und ausgerechnet das Sommerbad Kreuzberg ist in dieser Saison der Spitzenreiter, hier kam es bislang so oft wie in keinem anderen Berliner Freibad zu Krawallen.

Über 18 Polizeieinsätze im Prinzenbad in Kreuzberg

Seit dem Start der Freibadsaison am 1. Mai registrierte die Polizei berlinweit 103 Einsätze in Frei- und Strandbädern, wie sie auf KURIER-Anfrage mitteilt. Spitzenreiter ist ausgerechnet das Sommerbad/Prinzenbad Kreuzberg mit 18 Einsätzen. Damit ist es das bislang gefährlichste Sommerbad der Stadt.

Am Wochenende ist das Prinzenbad in Kreuzberg besonders voll.
Am Wochenende ist das Prinzenbad in Kreuzberg besonders voll.Fabian Sommer/dpa

Die Liste der Vorfälle in Kreuzberg ist lang: Körperverletzungen, Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Verkehrsbehinderungen, Verkehrsunfälle, ein aufgegriffenes Kind, Farbschmierereien, ein Lagerfeuer, verdächtige Straftaten, eine verhaltensauffällige Person und sogar eine Fahrzeugüberprüfung beschäftigten dort die Einsatzkräfte.

Auf Platz zwei folgen gleich drei Bäder mit jeweils zwölf Einsätzen: das Sommerbad Am Insulaner (Steglitz-Zehlendorf), das Strandbad Grünau (Treptow-Köpenick) und das Kombibad Seestraße (Mitte). Während am Insulaner vor allem Ermittlungen wie Hausfriedensbrüche, Diebstähle und Durchsuchungen anfielen, rückte die Polizei in Grünau unter anderem wegen Körperverletzungen, Hilfeersuchen, Diebstählen aus Autos und Sachbeschädigungen aus.

Strandbad Wannsee landet im Polizeireport auf Platz 5

Im Kombibad Seestraße standen dagegen vor allem Schlägereien, Diebstähle, Einbrüche, Sachbeschädigungen und Verkehrsbehinderungen auf der Einsatzliste. Auf Rang fünf landet das Strandbad Wannsee (Steglitz-Zehlendorf) mit zehn Polizeieinsätzen. Dort ging es unter anderem um Diebstähle, Bedrohungen, Einbrüche, Verkehrsunfälle sowie die Sicherung eines Rettungshubschraubers.

Ganz anders sieht es in einigen anderen Bädern aus. Im Sommerbad Humboldthain (Mitte) wurde lediglich ein Einsatz registriert – dabei ging es um einen Diebstahl mit festgehaltener Person. Dass hier so wenige Einsätze stattfinden überrascht nicht: Der KURIER war vergangene Woche vor Ort und hat sich umgeschaut. Die Polizeipräsenz ist spürbar. Auf dem Gelände stehen Mannschaftswagen, vor und im Bad sind Polizisten positioniert.

Ein Mitarbeiter sagte zum KURIER, dass diese Vorsichtsmaßnahmen gut seien, an Wochenenden würde im Sommerbad Humboldthain „Halligalli“ herrschen. Eine Polizeisprecherin zum KURIER: „Im Rahmen hoheitlicher oder präventiver Maßnahmen sind Dienstkräfte der Polizei Berlin am und im Sommerbad anzutreffen. Eine Präventionsmaßnahme stellt beispielsweise das Projekt ‚Bleib cool am Pool‘ dar. Hierbei handelt es sich um ein gewaltpräventives Konfliktlotsenprojekt, das seit 2011 in […] Berliner Bädern umgesetzt wird.“

Ein Einsatzwagen auf dem Gelände des Sommerbads Humboldthain.
Ein Einsatzwagen auf dem Gelände des Sommerbads Humboldthain.Mandurino/Berliner KURIER

Ebenfalls nur einen Einsatz verzeichneten unter anderem das Sommerbad Wilmersdorf, das Sommerbad Olympiastadion (Charlottenburg-Wilmersdorf), das Sommerbad Staaken-West (Spandau), das Sommerbad Wuhlheide (Treptow-Köpenick), das Sportbad Britz (Neukölln) und das Strandbad Halensee (Charlottenburg-Wilmersdorf).

Polizei unterstützt Berliner Bäder auch bei Wetter- und Lageentwicklung

Dort reichten die Gründe von einem Verkehrsunfall über einen verdächtigen Gegenstand bis hin zu einem Betäubungsmitteldelikt oder einer Verkehrsbehinderung. Die Polizei betont allerdings, dass die gemeldeten Einsatzgründe nicht immer den späteren Feststellungen vor Ort entsprechen.

Viele Badegäste wundern sich dennoch über die sichtbare Präsenz. Nach Angaben der Polizei gibt es in Berliner Freibädern grundsätzlich keine regelmäßige Besetzung. Außerdem unterstütze sie je nach Wetter- und Lageentwicklung Beschäftigte, Sicherheitsdienste und Konfliktlotsen und will mit ihrer Präsenz „das Sicherheitsgefühl der Besuchenden steigern“.

Auch im Sommerbad Am Insulaner kommt es zu häufigen Polizeieinsätzen.
Auch im Sommerbad Am Insulaner kommt es zu häufigen Polizeieinsätzen.Emmanuele Contini/Imago

Die Berliner Bäder-Betriebe sagen auf KURIER-Anfrage: „Die enge Zusammenarbeit mit der Polizei Berlin ist grundlegender Bestandteil des Sicherheitskonzepts der Berliner Sommerbäder. Nach Verfügbarkeit sind mobile Wachen der Polizei Berlin vor Ort, manchmal vor den Bädern, manchmal auch in den Bädern. Dazu gehört auch z.B. die Bürgerberatung vor den Bädern inkl. Fahrradregistrierung“

Hinzu komme eine unregelmäßige Präsenz zur Unterstützung des Sicherheitskonzepts. Die Einsatzkräfte werden unter anderem bei Straftaten wie Diebstählen oder Hausfriedensbruch, zur Durchsetzung von Hausverboten oder bei einem Einlassstopp wegen Überfüllung hinzugezogen.

Fühlen Sie sich in Berlins Freibädern noch sicher oder meiden Sie bestimmte Bäder inzwischen? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com