Die Sonne knallt, die Becken sind voll und immer gibt es Ärger. Während Tausende Berliner an heißen Sommertagen Abkühlung in den Freibädern suchen, häufen sich in einigen Berliner Bädern die Einsätze. Eine Auswertung der Polizei zeigt jetzt: Über 100 Einsätze wurden bis zum 22. Juni registriert. Und ausgerechnet das Sommerbad Kreuzberg ist in dieser Saison der Spitzenreiter, hier kam es bislang so oft wie in keinem anderen Berliner Freibad zu Krawallen.
Über 18 Polizeieinsätze im Prinzenbad in Kreuzberg
Seit dem Start der Freibadsaison am 1. Mai registrierte die Polizei berlinweit 103 Einsätze in Frei- und Strandbädern, wie sie auf KURIER-Anfrage mitteilt. Spitzenreiter ist ausgerechnet das Sommerbad/Prinzenbad Kreuzberg mit 18 Einsätzen. Damit ist es das bislang gefährlichste Sommerbad der Stadt.

Die Liste der Vorfälle in Kreuzberg ist lang: Körperverletzungen, Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Verkehrsbehinderungen, Verkehrsunfälle, ein aufgegriffenes Kind, Farbschmierereien, ein Lagerfeuer, verdächtige Straftaten, eine verhaltensauffällige Person und sogar eine Fahrzeugüberprüfung beschäftigten dort die Einsatzkräfte.
Auf Platz zwei folgen gleich drei Bäder mit jeweils zwölf Einsätzen: das Sommerbad Am Insulaner (Steglitz-Zehlendorf), das Strandbad Grünau (Treptow-Köpenick) und das Kombibad Seestraße (Mitte). Während am Insulaner vor allem Ermittlungen wie Hausfriedensbrüche, Diebstähle und Durchsuchungen anfielen, rückte die Polizei in Grünau unter anderem wegen Körperverletzungen, Hilfeersuchen, Diebstählen aus Autos und Sachbeschädigungen aus.
Strandbad Wannsee landet im Polizeireport auf Platz 5
Im Kombibad Seestraße standen dagegen vor allem Schlägereien, Diebstähle, Einbrüche, Sachbeschädigungen und Verkehrsbehinderungen auf der Einsatzliste. Auf Rang fünf landet das Strandbad Wannsee (Steglitz-Zehlendorf) mit zehn Polizeieinsätzen. Dort ging es unter anderem um Diebstähle, Bedrohungen, Einbrüche, Verkehrsunfälle sowie die Sicherung eines Rettungshubschraubers.
Ganz anders sieht es in einigen anderen Bädern aus. Im Sommerbad Humboldthain (Mitte) wurde lediglich ein Einsatz registriert – dabei ging es um einen Diebstahl mit festgehaltener Person. Dass hier so wenige Einsätze stattfinden überrascht nicht: Der KURIER war vergangene Woche vor Ort und hat sich umgeschaut. Die Polizeipräsenz ist spürbar. Auf dem Gelände stehen Mannschaftswagen, vor und im Bad sind Polizisten positioniert.
Ein Mitarbeiter sagte zum KURIER, dass diese Vorsichtsmaßnahmen gut seien, an Wochenenden würde im Sommerbad Humboldthain „Halligalli“ herrschen. Eine Polizeisprecherin zum KURIER: „Im Rahmen hoheitlicher oder präventiver Maßnahmen sind Dienstkräfte der Polizei Berlin am und im Sommerbad anzutreffen. Eine Präventionsmaßnahme stellt beispielsweise das Projekt ‚Bleib cool am Pool‘ dar. Hierbei handelt es sich um ein gewaltpräventives Konfliktlotsenprojekt, das seit 2011 in […] Berliner Bädern umgesetzt wird.“

Ebenfalls nur einen Einsatz verzeichneten unter anderem das Sommerbad Wilmersdorf, das Sommerbad Olympiastadion (Charlottenburg-Wilmersdorf), das Sommerbad Staaken-West (Spandau), das Sommerbad Wuhlheide (Treptow-Köpenick), das Sportbad Britz (Neukölln) und das Strandbad Halensee (Charlottenburg-Wilmersdorf).
Polizei unterstützt Berliner Bäder auch bei Wetter- und Lageentwicklung
Dort reichten die Gründe von einem Verkehrsunfall über einen verdächtigen Gegenstand bis hin zu einem Betäubungsmitteldelikt oder einer Verkehrsbehinderung. Die Polizei betont allerdings, dass die gemeldeten Einsatzgründe nicht immer den späteren Feststellungen vor Ort entsprechen.
Viele Badegäste wundern sich dennoch über die sichtbare Präsenz. Nach Angaben der Polizei gibt es in Berliner Freibädern grundsätzlich keine regelmäßige Besetzung. Außerdem unterstütze sie je nach Wetter- und Lageentwicklung Beschäftigte, Sicherheitsdienste und Konfliktlotsen und will mit ihrer Präsenz „das Sicherheitsgefühl der Besuchenden steigern“.



