Ein Sprung ins kühle Wasser nach stundenlangem Sonnenbaden klingt an diesem Hitze-Wochenende in Berlin und Umgebung besonders verlockend. Doch genau dieser Reflex kann lebensgefährlich werden. Rettungsschwimmer schlagen jetzt Alarm und warnen diesen Sommer vor einem Badefehler, der jedes Jahr Menschen das Leben kostet.
Bademeister warnt: Nicht überhitzt ins Wasser springen
Gerade mit Blick auf das bevorstehende 40-Grad-Wochenende appelliert die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eindringlich an Badegäste, nicht überhitzt ins Wasser zu springen. Der plötzliche Temperaturunterschied kann den Körper massiv belasten und im schlimmsten Fall zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen.
Besonders tückisch: Viele glauben noch immer, Ertrinkende würden laut um Hilfe rufen oder wild mit den Armen winken. Genau das ist aber häufig ein gefährlicher Irrtum. „Das ist nicht nur bei Kindern so, sondern bei allen Ertrinkenden. Viele wissen gar nicht, dass sie etwas am Herzen haben“, sagt Robert Büschel vom DLRG-Landesverband Brandenburg zu RBB24.
Weiter: „Sie liegen drei Stunden mit ihren Kumpels am Wasser, und wenn es dann heißt, wir gehen jetzt alle rein und springen mit Anlauf ins Wasser, dann bekommt der Körper einen solchen Schock, dass es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen kann. Dabei kann man bewusstlos werden. Und ab diesem Augenblick hat derjenige gar nicht mehr die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Er geht einfach unter.“

Deshalb rät Robert Büschel vom DLRG-Landesverband Brandenburg, sich nach längerer Zeit in der Sonne langsam an das Wasser zu gewöhnen. Statt kopfüber hineinzuspringen, sollte man zunächst vorsichtig ins Wasser gehen und den Körper Schritt für Schritt abkühlen. So lässt sich das Risiko eines gefährlichen Kreislaufschocks deutlich verringern.
Kinder müssen am See immer in Reichweite sein
Mindestens genauso wichtig ist der Blick auf die eigenen und andere Kinder. Gerade Nichtschwimmer oder kleine Kinder dürften am Wasser niemals aus den Augen gelassen werden. „Wenn Sie mit Kindern ans Wasser gehen, haben Sie Ihre Kinder im Blick! Man muss so nah dran sein, dass man im Ernstfall zupacken kann“, so Büschel.



