Es liegt in Berlin

Warum ist dieses DDR-Freibad das schlechteste im Osten?

Das Freibad Pankow landet im bundesweiten Ranking sehr weit hinten. Warum Besucher das Bad kritisieren und was hinter den schlechten Bewertungen steckt.

Author - Sebastian Karkos
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Das Freibad Pankow überzeugt mit guten Schwimm- und Bademöglichkeiten. Allerdings fühlen sich viele Besucher durch Nebengeräusche gestört.
Das Freibad Pankow überzeugt mit guten Schwimm- und Bademöglichkeiten. Allerdings fühlen sich viele Besucher durch Nebengeräusche gestört.Berlinfoto/imago

Sommerzeit ist Freibad-Zeit. Die Temperaturen steigen und steigen. Und gerade viele Menschen in der Hauptstadt freuen sich aufs kühle Nass. Nur wohin? Freibäder gibt es einige. Doch richtig begeistert sind die Berliner nicht von ihren Anlagen …

Das beste Freibad Deutschlands liegt in Sachsen

Laut einer Studie von Fit Reisen befindet sich das beste Freibad Deutschlands im Osten: das Zschonergrundbad in Dresden. Dabei wurden über 226.000 Google-Bewertungen von 256 Freibädern ausgewertet. Und wo liegt das schlechteste Freibad im Osten? In Berlin. Das Sommerbad Pankow steht auf Platz 250 – von insgesamt 256 Bädern deutschlandweit (ganz unten: das Hallenfreibad Thieder Bad in Salzgitter).

Aber warum schneidet das Pankower Bad so schlecht ab? Ein Blick auf ein paar Bewertungen liefert die Antwort: Publikum und Ambiente werden negativ beurteilt. Ein User fasst zusammen: „Viel zu voll und extrem laut.“ Ein anderer schreibt: „Wie in allen Berliner Freibädern ein multikulturelles Glücksspiel. Etwas heruntergekommen und ein Schatten seiner Vergangenheit.“

Otto Grotewohl war bei der Eröffnung mit dabei

Das Freibad Pankow ist seit Jahrzehnten eine Institution. Es wurde im Juli 1960 eröffnet. Otto Grotewohl, der erste Ministerpräsident der DDR, schaute zum Start vorbei. Von Beginn an genoss es große Popularität. Bis zu 18.000 Menschen waren zu DDR-Zeiten an heißen Tagen hier unterwegs. Das Markenzeichen: die Sonnenterrassen. Diese wurden vor drei Jahren für 1,5 Millionen Euro saniert, nachdem sie wegen Baufälligkeit über ein Jahrzehnt gesperrt waren.

Im Sommer 1973 herrscht im Freibad Pankow reger Badebetrieb.
Im Sommer 1973 herrscht im Freibad Pankow reger Badebetrieb.dpa

Aber: Bereits zuvor machte das Freibad regelmäßig Negativschlagzeilen, weil sich Jugendliche nicht zu benehmen wussten. Räumungen, Sperrungen von Rutsche und Turm sowie mehr Security und Kameras wurden als Maßnahmen installiert, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Doch das Sicherheitsgefühl ist offenbar nicht besser geworden.

Die alte Schwimmhalle Pankow auf dem Gelände des Freibads ist eine Ruine, deshalb wird sie mit Zäunen abgesperrt. Für den Gastronomiebetrieb ist das wenig einladend.
Die alte Schwimmhalle Pankow auf dem Gelände des Freibads ist eine Ruine, deshalb wird sie mit Zäunen abgesperrt. Für den Gastronomiebetrieb ist das wenig einladend.Mariella Mandurino

Zudem macht das Bad um die Terrassen herum einen baufälligen Eindruck, was nicht zuletzt an der alten Schwimmhalle liegt – und den Gesamteindruck trübt. Doch viele stört vor allem das Publikum. Eine Userin schreibt: „Viele aggressive Jugendliche drängeln sich bei der Rutsche vorbei. Es ist viel zu voll, die Wiese ist leider schon vertrocknet. Die Security macht mir eher Angst, als dass sie für Ordnung sorgt.“

Mit seinen Problemen steht Pankow in der Hauptstadt allerdings nicht allein da. Insgesamt schneiden die Berliner Freibäder im Ranking schlecht ab, vor allem die im Westen der Stadt. Das Kombibad Gropiusstadt in Neukölln landet auf Platz 253, das Kombibad Seestraße in Wedding auf 248, das Sommerbad Humboldthain in Gesundbrunnen auf 246 – ebenso wie das Sommerbad Neukölln auf Rang 244.

Deshalb steht Berlin im Freibad-Städte-Ranking nur auf Platz 36. Lediglich Gelsenkirchen auf Rang 37 schneidet noch schlechter ab.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Kennen Sie das Freibad in Pankow? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com