Nach Schlägen und Tritten

„Gesundheit wird verramscht“: Verletzte Polizisten bleiben in Berlin auf den Kosten sitzen

Verletzt im Einsatz und trotzdem selbst zur Kasse gebeten? Die Polizei-Gewerkschaft kritisiert die Beihilferegeln in Berlin.

Author - Sebastian Karkos
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Ein Polizist am 1. Mai 2026 im Einsatz in Kreuzberg. Beamte riskieren bei solchen Einsätzen mitunter ihre Gesundheit.
Ein Polizist am 1. Mai 2026 im Einsatz in Kreuzberg. Beamte riskieren bei solchen Einsätzen mitunter ihre Gesundheit.Andreas Friedrichs/Imago

Konflikte, Straftaten, Beleidigungen – Polizisten und Feuerwehrleute riskieren bei ihrer Arbeit oft ihre Gesundheit. Umso größer ist bei vielen Betroffenen der Frust, wenn sie nach einer Verletzung im Dienst auch noch auf Behandlungskosten sitzen bleiben!

Gewerkschaft warnt vor Kostenfalle nach Dienstunfällen

Davor warnt jetzt die GdP. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei melden sich immer wieder Beamte, deren Kosten nach einem Dienstunfall nur teilweise übernommen werden. Zwar greift die Dienstunfallfürsorge, doch die zugrunde liegenden Beihilfesätze sind nach Ansicht der GdP seit Jahren nicht ausreichend an die tatsächlichen Preise angepasst worden.

„Bei uns haben sich diverse Kolleginnen und Kollegen gemeldet, deren notwendige Behandlungskosten durch die Dienstunfallfürsorge nicht mal ansatzweise übernommen werden, weil die Beihilfesätze seit vielen Jahren nicht angehoben wurden“, so GdP-Landesvorstand Oliver Kurzke.

Berliner Feuerwehrleute während eines Einsatzes in der Silvesternacht. Auch sie setzen sich dabei erheblichen Gefahren aus.
Berliner Feuerwehrleute während eines Einsatzes in der Silvesternacht. Auch sie setzen sich dabei erheblichen Gefahren aus.Imago/snapshot-photography/T.Seeliger

Besonders hart trifft es Beamte, die im Dienst Opfer von Gewalt geworden seien. Nach Angriffen sind oft Operationen, Physiotherapie oder andere Behandlungen nötig. Die erstatteten Beträge könnten mit den steigenden Kosten jedoch häufig nicht mithalten. Betroffene müssten deshalb mitunter mehrere hundert oder sogar Tausende Euro aus eigener Tasche zahlen.

Nach Gewalt im Dienst folgt die Kostenfalle

Nach Angaben der GdP haben sich in den vergangenen Monaten zahlreiche Mitglieder mit solchen Fällen an die Gewerkschaft gewandt. Vielen sei zuvor gar nicht bewusst gewesen, dass bei Dienstunfällen dieselben Beihilfesätze gelten, die teilweise sogar unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung liegen.

Der Polizeiberuf ist nicht nur körperlich fordernd, sondern oft auch eine seelische Belastung.
Der Polizeiberuf ist nicht nur körperlich fordernd, sondern oft auch eine seelische Belastung.Andreas Gora via www.imago-images.de

Die Gewerkschaft fordert deshalb eine Anhebung der Sätze und einen grundlegenden Kurswechsel bei der Versorgung verletzter Beamter. Gespräche mit der zuständigen Senatsverwaltung für Finanzen habe es bereits mehrfach gegeben.

Dort wird jedoch darauf verwiesen, dass die Beihilfe lediglich als ergänzende Leistung gedacht sei und neben einer notwendigen Eigenvorsorge greife. Für Kurzke ist das nicht ausreichend: „Der Umfang ist nicht angemessen.“ Angriffe auf Polizisten gehörten in Berlin inzwischen zum Alltag und hinterließen nicht nur körperliche, sondern auch psychische Spuren.

Viele sind schockiert, wenn sie nach einer Verletzung feststellen müssten, dass sie die Folgen eines Angriffs zusätzlich finanziell mittragen sollen. Für die GdP steht deshalb fest: „Wir sehen nur eine Lösung: Wer im Dienst angegriffen und verletzt wird, darf nicht in eine Kostenfalle tappen, unsere Gesundheit kann nicht verramscht werden. Wir brauchen eine komplette Kostenübernahme durch das Land Berlin.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Ist die Forderung der Gewerkschaft berechtigt? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com