Dieser Spontanbesuch sorgt nicht überall für Freude. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ist am Dienstag in Berlin zu einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) eingetroffen.
Polizei mit Unterstützung aus Hamburg und Magdeburg
Problem: Das Treffen muss umfassend abgesichert werden. Die Polizei Berlin erhält dafür Unterstützung aus Hamburg und Magdeburg. In der Hauptstadt kann es im gesamten Stadtgebiet zu Verkehrseinschränkungen kommen.
Stephan Weh, Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), zeigt sich wenig begeistert und findet deutliche Worte: „Wir sind die Hauptstadt, und es ist längst Alltag, dass Herr Selenskyj ganz kurzfristig zu einem kurzen Meeting ins Bundeskanzleramt kommt – und dabei für mehrere Hundert Kollegen die Dienstpläne komplett über den Haufen geworfen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.“ Nach Informationen des KURIER waren 500 Polizisten im Einsatz.
Weh fügt hinzu: „Dass das keine Besonderheit mehr darstellt, sehen wir am nahtlosen Übergang in die Sudankonferenz (findet am 15. April in Berlin statt – d. Red.). Auch sie bindet mehrere Hundertschaften, weshalb wir erneut Kollegen aus dem Frei in den Dienst alarmieren müssen – verbunden mit massiven Einschränkungen im Privat- und Sozialleben.“

Eine Wahl habe die Polizei Berlin dabei nicht. Das weiß auch Weh, der dennoch überzeugt ist: „Die Hauptstadtpolizei wird beides wuppen, aber es ist an der Zeit, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht wird. Wenn Herr Merz fleißig einlädt, muss er irgendwann auch die Zeche bezahlen.“


