Zum Glück. Am Sonnabend endet der erste Monat des Jahres. Der Januar 2026 geht jetzt schon in die Geschichte Berlins ein. Ein schwarzer Monat, in dem in der Hauptstadt so viel schiefgelaufen ist, dass einem angst und bange werden kann.
Gibt es in Berlin Stress, folgt der Stillstand
Vielen Berlinern reicht es langsam. Nichts scheint richtig zu laufen in dieser Stadt. Im Gegenteil: Kaum gibt es Stress, folgt der Stillstand. Dabei ging es halbwegs gut los. Nach der Silvesternacht zogen Polizei und Feuerwehr noch eine verhalten positive Bilanz. Dann kam der 3. Januar …
An jenem Samstagmorgen fielen im Berliner Südwesten in rund 45.000 Haushalten und etwa 2000 Betrieben Strom, Heizung und Warmwasser aus. Und zwar nicht für Stunden, sondern für Tage. Auslöser: ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde. Die Folge: Frust. Anwohner fühlten sich schlecht informiert. Das ernüchternde Fazit: Berlin wurde schmerzhaft vor Augen geführt, wie anfällig die Infrastruktur in Deutschlands größter Stadt ist.

Verlierer des Stromausfalls? Nicht nur die Bürger ohne Strom, sondern vor allem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53/CDU), der zähneknirschend zugeben musste, am Tag des Blackouts von 13 bis 14 Uhr eine Stunde Tennis gespielt zu haben.
Wenn der Bürgermeister gefragt ist, spielt er Tennis
Die Außenwirkung: fatal. Wenn man den Regierenden braucht, macht er Sport. In der Folge spitzte sich die Krise zwischen den beiden Koalitionspartnern CDU und SPD weiter zu. Vielleicht wird man irgendwann sagen: Der Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf war der Anfang vom Ende der Koalition. Im September 2026 finden die Abgeordnetenhauswahlen statt. Vielen Bürgern reicht’s – doch wird es in dieser Stadt irgendwann wirklich besser?

Nach 72 Stunden kehrte der Strom im Südwesten Berlins langsam zurück. Pünktlich zur Eiseskälte, die die Hauptstadt in diesem Monat fest im Griff hat. Problem: Eis und Kälte kann Berlin gar nicht gut.
Am vergangenen Montag stellte die BVG wegen vereister Oberleitungen den kompletten Straßenbahnverkehr in der Stadt ein. Erstmals überhaupt. Kurios: Während in Berlin nichts mehr ging, rollte in Potsdam alles ganz normal weiter. Viele Berliner sind bedient. Vor allem die an den Rändern der Stadt: in Schmöckwitz, Rahnsdorf oder Friedrichshagen. Sie sind teilweise komplett vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt. Ersatzbusse? Fahren auch nicht.

Was so ein bisschen Eisregen alles auslösen kann. Apropos Eis: Das macht den Berlinern seit Wochen Probleme. Das BG Unfallkrankenhaus Berlin vermeldet derzeit 30 bis 40 Glätteverletzte pro Tag, viele Gehwege sind nach wie vor Eispisten. Es wird nicht oder zu wenig gestreut. Die BSR weist darauf hin, dass für den Winterdienst auf Gehwegen grundsätzlich die jeweiligen Anlieger verantwortlich sind.
Die BSR selbst ist „nur“ für Stadtautobahnen, Straßen, Fußgängerüberwege, Radfahrstreifen, Radwege, Haltestellen, öffentliche Plätze sowie Fußgängerzonen zuständig. Die Verantwortung wird hin- und hergespielt wie ein Tennisball. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Wer in dieser Stadt zu Fuß unterwegs ist, ist klar im Nachteil.




