Frauenpower an der Berliner Unternehmensfront! Die Späth'schen Baumschulen haben drei neue Geschäftsführerinnen. 1720 gegründet, ist es das älteste produzierende Unternehmen der Hauptstadt. Wer die zukünftigen Chefinnen sind und warum die Baumschule in der Familie bleibt.
Drei Berlinerinnen übernehmen Späth'sche Baumschulen
Neuigkeiten aus Treptow-Köpenick: Der langjährige Geschäftsführer und Betriebsinhaber Holger Zahn – der noch zu DDR-Zeiten 1987 in das Unternehmen eintrat – hat seine Nachfolge gesichert und übergibt die Leitung der Späth'schen Baumschulen an drei junge Frauen. Künftig führen Landschaftsarchitektin Karoline Leu, Gartenbauingenieurin Susanne Schmohl und Laura Lichtenheldt, studierte Druck- und Medientechnikerin, die unterschiedlichen Geschäftsbereiche.

Alle drei sind gebürtige Berlinerinnen, alle drei haben kleine Kinder – und sie sorgen gemeinsam dafür, dass das traditionsreiche Unternehmen in Familienhand bleibt: Karoline Leu und Laura Lichtenheldt sind die Töchter von Holger Zahn und seiner Frau Irina Zahn. Susanne Schmohl bringt als langjährige Mitarbeiterin (seit 2016) ihre Erfahrung aus dem Betrieb ein.

Events in den Späth'schen Baumschulen sind beliebt
Das Unternehmen bietet Leistungen im Garten- und Landschaftsbau sowie rund um Terrasse und Balkon an. Auf dem weitläufigen Gelände stehen nach eigenen Angaben mehr als 80.000 Pflanzen zur Verfügung – von Balkonblumen und Stauden über Obstgehölze bis hin zu seltenen Parkbäumen und klimaresistenten Stadtbäumen. Ergänzt wird der Standort durch liebevoll angelegte Schaugärten, ein Open-Air-Baumschulenmuseum, gastronomische Angebote und einen Hofladen.
Hier finden auch immer wieder Feste statt, die bei den Berlinern sehr beliebt sind – darunter sogar ein jährlicher Weihnachtsmarkt und eine Kürbisschau im Herbst. Demnächst findet hier das große Frühlingsfest „Späth'er Frühling“ statt: Am 9. und 10. Mai, dann haben die neuen Geschäftsführerinnen auch ihren ersten öffentlichen Auftritt.

Zur Eröffnung begrüßen sie den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, und Oliver Igel, den Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick. So sieht das Programm aus: Geplant sind unter anderem eine Aufführung von Grimm-Märchen durch das Monbijou-Theater sowie Vorträge zu Themen wie Biodiversität, Stadtentwicklung und Klimaschutz. Außerdem sollen aktuelle Projekte vom Standort vorgestellt werden.
So wichtig sind die Späth'schen Baumschulen für Berlin
Die Späth'schen Baumschulen wurden 1720 gegründet und gelten als ältestes noch produzierendes Unternehmen Berlins. Ihren Ursprung nahmen sie als kleine königliche Hofbaumschule außerhalb der damaligen Stadtmauern. Über Generationen hinweg wuchs der Betrieb stetig und prägte mit seinen Gehölzen Parks, Alleen und Gartenanlagen weit über Berlin hinaus.

Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Späth'schen Baumschulen zu einer der bedeutendsten Baumschulen Europas. Pflanzen aus Treptow wurden in viele Länder exportiert, das Gelände wurde zum Zentrum für Gartenkultur, Wissensaustausch und Pflanzenzucht. Beeindruckend: Trotz Industrialisierung, Kriegen und wechselnder politischer Systeme blieb der Betrieb durchgehend in Funktion.
Spannender Fakt: Noch heute wachsen auf dem Gelände Pflanzen nach historischen Zuchtplänen – und viele Berliner Stadtbäume gehen direkt auf Späth‑Sorten zurück. Damit ist die Baumschule nicht nur ein lebendiges Stück Stadtgeschichte, sondern prägt das grüne Gesicht Berlins bis in die Gegenwart.

