Trotz Immobilienkrise

Na toll! 2024 werden noch weniger Wohnungen in Berlin gebaut

Die Wohnungen in Berlin sind furchtbar knapp, wir brauchen dringend mehr! Trotzdem wird im kommenden Jahr 2024 wieder nicht genug gebaut ...

Author - Sharone Treskow
Teilen
Der Wohnungsbau in Berlin sollte weiter steigen, anstatt zu stagnieren.
Der Wohnungsbau in Berlin sollte weiter steigen, anstatt zu stagnieren.Monika Skolimowska/dpa

Wer in diesem Jahr in der Hauptstadt auf Wohnungssuche war – oder sogar noch ist – weiß, wie schlimm die Lage ist: Man findet einfach keinen Wohnraum! Selbst wer sein mögliches Budget an seine persönliche Obergrenze bringt, bekommt auf Bewerbungen meist nur Absagen, oder gar keine Antwort. Der Grund: Es gibt in Berlin viel zu wenige, halbwegs bezahlbare Wohnungen.

Denn in den vergangenen Jahren wurden einfach nicht genug Wohnhäuser gebaut, die nicht nur aus Luxus-Eigentumseinheiten bestehen! Zwar versucht die Stadt, der Immobilienkrise jetzt entgegenzusteuern, aber auch 2024 wird zu wenig getan.

Berlin baut 2024 weniger Wohnungen als im Vorjahr

Die Nachfrage nach Wohnraum in der Hauptstadt ist enorm, trotzdem kommt der Wohnungsbau in Berlin nicht hinterher. Eigentlich besteht das Ziel, jährlich 20.000 neue Wohnungen zu bauen (das wurde im Koalitionsvertrag von CDU und SPD vereinbart), doch das wird auch im kommenden Jahr verfehlt! Es werden 2024 voraussichtlich nur 16.000 Wohnungen geschaffen, wie Bausenator Christian Gaebler der Deutschen Presse-Agentur berichtet.  „Das liegt unter dem Vorjahreswert von 17.310. Gemessen an dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und auch im Bundesvergleich liegen wir damit aber noch ganz gut“, betont Gaebler. 

Berlin schafft das Ziel weder dieses noch nächstes Jahr. Laut Gaebler sieht es deutschlandweit ähnlich aus: „Ja, wir bleiben 2023 unter dem Bedarf von 20.000, sind damit aber nicht alleine. Auch der Bund rechnet damit, sein Ziel von 400.000 Wohnungen zu verfehlen.“

Die Zukunftsprognose des Bausenators klingt recht pessimistisch: „Ich schätze, dass es nächstes Jahr noch einmal schwierig wird, vielleicht gehen die Zahlen auch noch einmal runter.“ Erst ab 2025 werden wir Berliner „eine deutliche Entspannung“ bekommen. „Das sagen mir Projektentwickler und auch die Investitionsbank Berlin.“ 

Wieso werden in Berlin so wenig Wohnungen gebaut?

Man fragt sich natürlich schon, woran es denn liegt, dass das Bauziel in Berlin 2024 wieder nicht erreicht wird. Laut Gaebler gebe es in der Baubranche bei vielen Unternehmen einen Zinsschock. „Die sagen: Wir haben ganz anders kalkuliert, was machen wir denn jetzt?“ Die aktuellen Bauzinsen seien aber eigentlich nichts Neues: „Vor 20 Jahren hatten wir das Niveau schon einmal. Aber der Sprung in relativ kurzer Zeit, der hat alle Kalkulationen durcheinandergebracht. Und weil die Preise sowieso schon relativ hoch sind am Markt, haben die Unternehmen keine Spielräume mehr.“

Doch Wohnungsbau müsse sich für die Unternehmen schließlich rechnen. „Wenn selbst der Vorstand eines großen privaten Wohnungsunternehmens sagt, er baut nicht mehr, weil er nicht zu Preisen von 20 oder 22 Euro den Quadratmeter im Neubau vermieten will, weil er den Anspruch hat, für breitere Schichten der Bevölkerung Wohnungen anzubieten, dann heißt das ja schon was.“ ■