DDR-Kult lebt

Die Mokka-Milch-Eisbar feiert ihr zweites Comeback nach Chaos-Start und Schließung

Die Kult-Eisbar an der Berliner Karl-Marx-Allee ist zurück: Nach Technikproblemen wagt die „Mokka Milch“-Eisbar den erneuten Neustart.

Author - Stefanie Hildebrandt
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Jetzt aber richtig: Natacha und Alexander Neumann, die neuen Betreiber der ehemaligen Mokka-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee.
Jetzt aber richtig: Natacha und Alexander Neumann, die neuen Betreiber der ehemaligen Mokka-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee.Jens Kalaene/ dpa

Sie ist wieder da. Nach fast zweiwöchiger Notbremse-Schließung lockt  sich die legendäre Mokka-Milch-Eisbar wieder Gäste an. Betreiberin Natacha Neumann, die das Lokal zusammen mit ihrem Ehemann Alexander führt, erklärt: „Wir sind überglücklich!” Die Pause, so die Betreiber, war notwendig, um technische Probleme zu beheben und interne Abläufe zu optimieren. Hunderte Fans hatten die neue, alte Kult-Bar zur Eröffnung Ende Mai komplett überrannt.

Hunderte strömten zur Eröffnung des Cafés

Die Wiedereröffnung der traditionsreichen Bar an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte fand Ende Mai statt und zog Hunderte Gäste an. Unter ihnen auch der bekannte Sänger Thomas Natschinski, der dem Lokal mit seinem „In der Mokka-Milch-Eisbar“ ein Denkmal setzte.

Doch die Freude über den neuen Ort währte nur kurz: Nur wenige Tage nach dem Neustart musste die denkmalgerecht sanierte Bar erneut schließen. Die Betreiber Alexander und Natacha Neumann drückten die Stopp-Taste, um Abläufe zu optimieren. Das komplett neue Team ging ins Trainingslager – und probte in der Zwischenzeit immer wieder das reibungslose Zusammenspiel.

In der Mokka-Milch-Eisbar kann man jetzt wieder sitzen und Kaffee schlürfen. Allerdings sieht es hier natürlich nicht mehr ganz so aus wie zu DDR-Zeiten.
In der Mokka-Milch-Eisbar kann man jetzt wieder sitzen und Kaffee schlürfen. Allerdings sieht es hier natürlich nicht mehr ganz so aus wie zu DDR-Zeiten.Emmanuele Contini/Berliner KURIER

Außerdem wurde in Sachen Elektrik nachgebessert, am Eröffnungstag war der Strom nach Kurzschlüssen durch Überlastung zeitweise weg gewesen, eine Kaffeemaschine streikte. Das habe nicht den eigenen Ansprüchen an den neuen Treffpunkt in Ost-Berlin genügt, so die Betreiber. „Heute sind wir aber gut gestartet“, sagt Alexander Neumann, seit dem Vormittag ist das neue „Mokka Milch“ geöffnet. „Trotz des eher schlechten Wetters sind viele Leute da, an die 80“, schätzt der Chef. „Aber nicht 800.“

DDR Kult Lokal mit Biergarten

Über die Geschichte der Mokka-Milch-Eisbar in der DDR könnte man Romane schreiben. Ursprünglich in den frühen 60er-Jahren erbaut, gehört die Bar zu den markantesten Gebäuden entlang der historischen Karl-Marx-Allee. Besonders die großen Glasfenster und die gelb gekachelte Fassade stechen hervor.

In den 70er- und 80er-Jahren zog das Lokal, das zusätzlich eine Diskothek beherbergte, viele junge Leute an. Nach dem Mauerfall erlebte das Café jedoch eine Welle von Veränderungen: Von 1993 bis 2019 wurde das Gebäude vom Restaurant „Alberts“ und dem Nachtclub „A-Lounge“ genutzt.

Großer Andrang herrschte zur Wiedereröffnung der Mokka-Milch-Eisbar.
Großer Andrang herrschte zur Wiedereröffnung der Mokka-Milch-Eisbar.Emmanuele Contini/Berliner Kurier

Vor der Wiedereröffnung wurde das Haus nach den Vorgaben des Denkmalschutzes umfassend saniert. Der Leiter des Landesdenkmalamts, Christoph Rauhut, lobte die gelungenen Arbeiten an der Fassade und der Lüftungstechnik. Die Neu-Eröffnung wurde lange herbeigesehnt: „Es ist ein wichtiger Schritt für die Karl-Marx-Allee, das längste Baudenkmal Deutschlands“, fügte er hinzu. 

Doch die Neumanns haben mit ihrer Bar, Café und Co-Working-Idee nicht nur Mokka im Sinn. Zu ihrem Angebot gehören auch Eisvariationen, die sicherlich viele Fans anziehen werden. Darüber hinaus planen sie Veranstaltungen wie Pilates-Kurse und Mal-Abende, die das Café zu einem lebendigen Ort der Begegnung machen sollen.

Ostmoderne gleich nebenan: Ein übergroßes Plakat mit der Aufschrift „Ikkimel Poppstar“ ist an der Fassade des Kino International angebracht.
Ostmoderne gleich nebenan: Ein übergroßes Plakat mit der Aufschrift „Ikkimel Poppstar“ ist an der Fassade des Kino International angebracht.Soeren Stache/dpa

Die Neumanns sind auch in Kontakt mit dem benachbarten Kino International, das Anfang des Jahres nach einer 18-monatigen Sanierung wiedereröffnete, um mögliche Kooperationen auszutüfteln. Wer weiß, was sich aus dieser Zusammenarbeit entwickeln wird?

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