Sie ist wieder da. Nach fast zweiwöchiger Notbremse-Schließung lockt sich die legendäre Mokka-Milch-Eisbar wieder Gäste an. Betreiberin Natacha Neumann, die das Lokal zusammen mit ihrem Ehemann Alexander führt, erklärt: „Wir sind überglücklich!” Die Pause, so die Betreiber, war notwendig, um technische Probleme zu beheben und interne Abläufe zu optimieren. Hunderte Fans hatten die neue, alte Kult-Bar zur Eröffnung Ende Mai komplett überrannt.
Hunderte strömten zur Eröffnung des Cafés
Die Wiedereröffnung der traditionsreichen Bar an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte fand Ende Mai statt und zog Hunderte Gäste an. Unter ihnen auch der bekannte Sänger Thomas Natschinski, der dem Lokal mit seinem „In der Mokka-Milch-Eisbar“ ein Denkmal setzte.
Doch die Freude über den neuen Ort währte nur kurz: Nur wenige Tage nach dem Neustart musste die denkmalgerecht sanierte Bar erneut schließen. Die Betreiber Alexander und Natacha Neumann drückten die Stopp-Taste, um Abläufe zu optimieren. Das komplett neue Team ging ins Trainingslager – und probte in der Zwischenzeit immer wieder das reibungslose Zusammenspiel.

Außerdem wurde in Sachen Elektrik nachgebessert, am Eröffnungstag war der Strom nach Kurzschlüssen durch Überlastung zeitweise weg gewesen, eine Kaffeemaschine streikte. Das habe nicht den eigenen Ansprüchen an den neuen Treffpunkt in Ost-Berlin genügt, so die Betreiber. „Heute sind wir aber gut gestartet“, sagt Alexander Neumann, seit dem Vormittag ist das neue „Mokka Milch“ geöffnet. „Trotz des eher schlechten Wetters sind viele Leute da, an die 80“, schätzt der Chef. „Aber nicht 800.“
DDR Kult Lokal mit Biergarten
Über die Geschichte der Mokka-Milch-Eisbar in der DDR könnte man Romane schreiben. Ursprünglich in den frühen 60er-Jahren erbaut, gehört die Bar zu den markantesten Gebäuden entlang der historischen Karl-Marx-Allee. Besonders die großen Glasfenster und die gelb gekachelte Fassade stechen hervor.
In den 70er- und 80er-Jahren zog das Lokal, das zusätzlich eine Diskothek beherbergte, viele junge Leute an. Nach dem Mauerfall erlebte das Café jedoch eine Welle von Veränderungen: Von 1993 bis 2019 wurde das Gebäude vom Restaurant „Alberts“ und dem Nachtclub „A-Lounge“ genutzt.

Vor der Wiedereröffnung wurde das Haus nach den Vorgaben des Denkmalschutzes umfassend saniert. Der Leiter des Landesdenkmalamts, Christoph Rauhut, lobte die gelungenen Arbeiten an der Fassade und der Lüftungstechnik. Die Neu-Eröffnung wurde lange herbeigesehnt: „Es ist ein wichtiger Schritt für die Karl-Marx-Allee, das längste Baudenkmal Deutschlands“, fügte er hinzu.
Doch die Neumanns haben mit ihrer Bar, Café und Co-Working-Idee nicht nur Mokka im Sinn. Zu ihrem Angebot gehören auch Eisvariationen, die sicherlich viele Fans anziehen werden. Darüber hinaus planen sie Veranstaltungen wie Pilates-Kurse und Mal-Abende, die das Café zu einem lebendigen Ort der Begegnung machen sollen.

