Endstation für X

Keine BVG-Meldungen mehr auf X

Die Berliner Verkehrsbetriebe werden zukünftig nicht mehr auf X, ehemals Twitter, informieren. Dies kündigte das Unternehmen am Montag an.

Author - Stefanie Hildebrandt
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Eine U-Bahn fährt unter einem Schild mit der Aufschrift „BVG“ vorbei. 
Eine U-Bahn fährt unter einem Schild mit der Aufschrift „BVG“ vorbei. Daniel Naupold/dpa

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben sich offiziell von der Plattform X, ehemals Twitter verabschiedet. In einem Beitrag schrieb die BVG: „Liebe Fahrgäste, das ist unsere Endstation“. Die Verkehrsbetriebe seien weiterhin in den sozialen Medien aktiv, allerdings nur noch auf Instagram, Facebook und TikTok.

Mehr als 400.000 Menschen hatten die sechs X-Kanäle der BVG abonniert und aktuelle Meldungen über Störungen verfolgt. Auch die Profile der BVG-Straßenbahn, U-Bahn und Busse, die regelmäßig Nutzer über Störungen oder Verspätungen auf X informierten, werden stillgelegt. 

Seit der Verabschiedung sind alle sechs Accounts in deren Statuszeilen als „inaktiv“ gekennzeichnet. 

Wie die BVG der Berliner Zeitung mitteilte, ist der Grund für das Verlassen der Plattform „die zunehmende Präsenz von Hass, Hetze, Populismus und unkontrollierter Hatespeech“ auf X. Diese Entwicklungen stünden im Widerspruch zu den Werten der BVG, so ein Sprecher des Unternehmens weiter.

Elon Musk hatte Twitter im Oktober 2022 für rund 44 Milliarden Dollar gekauft. Danach baute er den Kurz-Nachrichtendienst Twitter um, entließ die Führung und Tausende Mitarbeiter und nannte die neue Plattform X.

Hassrede und Falschinformationen auf X

Seitdem gelten lockerere Regeln für Inhalte auf der Plattform, zuvor gesperrte Konten wurden wieder freigeschaltet. Infolgedessen brachen Anzeigenerlöse, zuvor eine der Einnahmequellen, ein, weil Werbekunden nicht in der Nähe von Fake-Nachrichten und extremistischen Inhalten auftauchen wollten. 

Aus Protest gegen zunehmende Hassrede auf X hatten im Juni 47 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Menschenrechte, Soziales, Gesundheit und Landwirtschaft gemeinsam die Social-Media-Plattform verlassen. Zuvor hatten auch schon die Freie Universität Berlin und die Investitionsbank Berlin die Plattform verlassen.

Die EU droht zudem X/Twitter mit einer hohen Strafe. Die Begründung: Die Gestaltung der Online-Plattform X kann Nutzer laut Kommission in die Irre führen. Dabei geht es um die Art und Weise der Verifizierung von Nutzerkonten. Im Prinzip kann jeder zu einem verifizierten Nutzerkonto kommen.  ■