Der Fall zieht weiter seine Kreise. Ein Mädchen soll in einem Jugendzentrum in Neukölln von Teenagern vergewaltigt worden sein. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall. Weder die Einrichtung noch das Jugendamt von Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Dies sorgte für massive Kritik.
Seit dem 13. März ist der Klub dicht - und bleibt es auch vorerst. Mindestens bis zum Sommer soll das Jugendzentrum an der Wutzkyallee geschlossen bleiben, teilte Stadträtin Sarah Nagel (40, Linke) am Mittwoch mit. Zunächst soll eine externe Kommission die Abläufe unter die Lupe nehmen. Zudem soll eine personelle Umsetzung im Jugendamt folgen.
Jugendsenatorin Katharina Günther‑Wünsch (42, CDU) forderte zuvor bereits personelle Konsequenzen. Ihre Forderung: Die Leiterin des Neuköllner Jugendamts und beteiligte Mitarbeiter sollen bis zur vollständigen Aufklärung freigestellt werden. Im Bildungsausschuss sprach sie von „deutlichen Verstößen gegen die Rechtsgrundlagen des Kinderschutzes“.
Stadträtin soll erst am 2. März von der Tat erfahren haben
Das 16-jährige Opfer soll Ende 2025 von Jugendlichen vergewaltigt und später bedrängt worden sein. Erst durch die Anzeige des Vaters erfuhr die Polizei davon. Die erfolgte am 23. Februar. Nach eigenen Angaben wurde das Jugendamt am 28. Januar über die Vorfälle informiert. Stadträtin Nagel soll erst am 2. März davon erfahren haben. Nagel sagte, dass das Jugendamt zunächst entschieden hatte, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn das Einverständnis des Opfers vorliegt.




