Was geschah in einem Jugendzentrum in Neukölln? Ein 16‑jähriges Mädchen soll vergewaltigt und sexuell bedrängt worden sein. Allerdings sollen weder die Einrichtung noch das zuständige Jugendamt zunächst Anzeige erstattet haben. Sollte die Tat vertuscht werden?
Konzepte der Einrichtungen werden überprüft
Fest steht: Die Einrichtung bleibt erst einmal geschlossen. Die zuständige Stadträtin Sarah Nagel (40, Linke) erklärt: „Der Jugendclub Wutzkyallee bleibt zunächst geschlossen. Mein Ziel ist, dass sich alle Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen unseres Bezirks sicher und wohlfühlen können. Sexualisierter Gewalt und patriarchalen Strukturen, die diese begünstigen, muss konsequent begegnet werden. Die Schutzkonzepte der Einrichtungen werden ebenso überprüft wie interne Strukturen und Abläufe. Ein Konzept für Schulungen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden wird erstellt.“
Das Jugendamt soll sich zunächst gegen eine Strafanzeige entschieden haben – angeblich, um die arabischstämmigen Verdächtigen nicht zu stigmatisieren. Nagel rechtfertigt sich: „Ich möchte klarstellen: Es gab keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen. Die Mitarbeitenden der Einrichtung sowie die zuständigen Mitarbeitenden im Jugendamt haben mehrfach über die Vorfälle und den richtigen Umgang damit gesprochen. Dabei wurden auch die Kinderschutzkoordination des Bezirksamtes sowie Beratungsstellen zum Umgang mit sexueller Gewalt einbezogen.“



