Neukölln

Schock im Jugendzentrum: Warum bleibt die Wutzkyallee geschlossen?

Übergriffe in Neukölln. Ein Jugendzentrum bleibt geschlossen, das Jugendamt rechtfertigt das Vorgehen.

Author - Sebastian Karkos
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In diesem Jugendklub in der Wutzkyallee soll die Tat passiert sein.
In diesem Jugendklub in der Wutzkyallee soll die Tat passiert sein.Carola Tunk/Berliner Zeitung

Was geschah in einem Jugendzentrum in Neukölln? Ein 16‑jähriges Mädchen soll vergewaltigt und sexuell bedrängt worden sein. Allerdings sollen weder die Einrichtung noch das zuständige Jugendamt zunächst Anzeige erstattet haben. Sollte die Tat vertuscht werden?

Konzepte der Einrichtungen werden überprüft

Fest steht: Die Einrichtung bleibt erst einmal geschlossen. Die zuständige Stadträtin Sarah Nagel (40, Linke) erklärt: „Der Jugendclub Wutzkyallee bleibt zunächst geschlossen. Mein Ziel ist, dass sich alle Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen unseres Bezirks sicher und wohlfühlen können. Sexualisierter Gewalt und patriarchalen Strukturen, die diese begünstigen, muss konsequent begegnet werden. Die Schutzkonzepte der Einrichtungen werden ebenso überprüft wie interne Strukturen und Abläufe. Ein Konzept für Schulungen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden wird erstellt.“

Das Jugendamt soll sich zunächst gegen eine Strafanzeige entschieden haben – angeblich, um die arabischstämmigen Verdächtigen nicht zu stigmatisieren. Nagel rechtfertigt sich: „Ich möchte klarstellen: Es gab keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen. Die Mitarbeitenden der Einrichtung sowie die zuständigen Mitarbeitenden im Jugendamt haben mehrfach über die Vorfälle und den richtigen Umgang damit gesprochen. Dabei wurden auch die Kinderschutzkoordination des Bezirksamtes sowie Beratungsstellen zum Umgang mit sexueller Gewalt einbezogen.“

<a href="https://www.berliner-kurier.de/berlin/warum-berlin-am-splitt-scheitert-und-was-das-ueber-uns-alle-verraet-li.10020945">Die Gegend um den U-Bahnhof Wutzkyallee</a> in Gropiusstadt gehört zu den sozialen Brennpunkten der Stadt.
Die Gegend um den U-Bahnhof Wutzkyallee in Gropiusstadt gehört zu den sozialen Brennpunkten der Stadt.Emmanuele Contini

Warum wurde keine Anzeige erstattet? Nagel sagt: „Das Jugendamt hat zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn hierfür auch das Einverständnis des Opfers vorliegt. Dies entspricht einer üblichen Vorgehensweise im Umgang mit Kindeswohlgefährdung bei Jugendlichen, sofern keine akute Gefahr besteht. Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen. Anders, als es in diversen Medienberichten behauptet wird.“

Der Jugendclub war nach den Vorwürfen bereits am Freitag geschlossen worden. 

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