Mobbing

Ramadan-Streit an Schule um ein Pausenbrot

Weil sich fastende muslimische Schüler gestört fühlten, sollten Mitschüler ihre Pausenbrote wegwerfen.

Author - Stefan Doerr
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Während der Pause soll es an der Gesamtschule Ärger gegeben haben. (Symbolfoto)
Während der Pause soll es an der Gesamtschule Ärger gegeben haben. (Symbolfoto)Imago/Sven Simon

Rücksicht oder Bevormundung? An der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve in Nordrhein-Westfalen sorgt der islamische Fastenmonat Ramadan für heftige Diskussionen unter Eltern, Schülern und Behörden. Es geht um Pausenbrote, religiöse Sensibilität – und um den Vorwurf von Mobbing.

Schülerinnen sollten auf Pausenbrot verzichten

Nach einem Bericht der BILD soll eine Lehrerin Schülerinnen und Schülern nahegelegt haben, sich beim Essen ihres Pausenbrots wegzudrehen, damit fastende muslimische Mitschüler nicht provoziert würden. Die Zeitung beruft sich dabei auf Chatverläufe zwischen Eltern und der Lehrerin. Demnach habe sie berichtet, es habe Vorfälle gegeben, bei denen Kinder mit ihrem Essen gezielt fastende Mitschüler provoziert hätten.

Doch einige Eltern schildern eine ganz andere Seite der Geschichte. Zwei Mütter berichten BILD, ihre Töchter seien während des Ramadans selbst unter Druck geraten. Fastende Schüler hätten sie aufgefordert, ebenfalls zu fasten – oder ihr Pausenbrot wegzuwerfen.

Der Altbau der Joseph Beuys Gesamtschule in Kleve wurde kernsaniert.
Der Altbau der Joseph Beuys Gesamtschule in Kleve wurde kernsaniert.IMAGO/Markus van Offern

„Die muslimischen Kinder haben meiner Tochter und ihrer Freundin gesagt: Wir haben Ramadan, du musst jetzt fasten und dein Brot in die Tonne werfen!“, schildert die Mutter einer Schülerin der Zeitung. „Als die Mädchen dann zum Lehrer gingen, sagte er, unsere Kinder sollten sich beim Essen wegdrehen.“

Andere Eltern berichten zudem von Ausgrenzung im Schulalltag. Es gehe nicht nur um religiöse Rücksichtnahme, sondern auch um Mobbing. Demnach hätten einige Schüler mit Migrationshintergrund demonstrativ „Würg- und Kotzgeräusche“ gemacht, wenn Mitschüler in den Pausen ihr Brot gegessen hätten.

Die Schulaufsicht hat inzwischen reagiert. Auf Anfrage der BILD bestätigte die Bezirksregierung Düsseldorf, dass der Fall geprüft werde. Die Behörde stehe dazu bereits mit der Schulleitung in Kontakt.

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