Armut in Berlin ist kein Randphänomen. Denn in der Hauptstadt ist jeder fünfte Mensch armutsgefährdet. Das zeigt der neue Sozialbericht 2025, den die Senatsverwaltung für Soziales am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Zahlen zeigen: Trotz guter Arbeitsmarktdaten bleibt Armut in der Hauptstadt ein strukturelles Problem – mit klar erkennbaren Ursachen.
Steigende Wohnkosten verschärfen das Armutsrisiko
Ein entscheidender Faktor ist der angespannte Wohnungsmarkt. Rund 20 Prozent der Berliner Haushalte müssen mindestens 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufbringen. Steigende Wohnkosten treffen vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen und verschärfen die Armutsrisiken deutlich. Besonders betroffen sind Bezirke wie Neukölln, Mitte und Lichtenberg.
Viele Menschen sind armutsgefährdet, obwohl sie arbeiten. Die Erwerbslosenquote ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, der Anteil der sogenannten Aufstocker bleibt trotzdem hoch. Viele Beschäftigte, vor allem in Teilzeit oder ohne deutsche Staatsbürgerschaft, verdienen so wenig, dass sie zusätzlich auf Bürgergeld angewiesen sind.
Alarmierend: In Berlin ist dieser Anteil etwa doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Auch soziale Ungleichheiten spielen eine große Rolle. Kinder aus einkommensarmen Haushalten haben schlechtere Bildungs- und Teilhabechancen. Zwar ist die Kinderarmut leicht zurückgegangen, doch lebt weiterhin rund jedes vierte Kind unter 15 Jahren in einem Haushalt mit Grundsicherungsbezug.
Mehr Hochqualifizierte, aber auch viele ohne Abschluss
Gleichzeitig nimmt die Bildungsungleichheit zu: Die Zahl der Hochqualifizierten wächst, aber auch der Anteil der Menschen ohne Berufsabschluss steigt.




