Glätte-Chaos in Berlin

Grünen-Politikerin fordert: Gehwege zuerst räumen

Jetzt wollen die Grünen die Räum-Regeln in Berlin komplett ändern: Erst Bürgersteig statt Straße! Doch die BSR sagt: Das ist kaum machbar.

Author - Jana Hollstein
Teilen
Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen) im Berliner Abgeordnetenhaus.
Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen) im Berliner Abgeordnetenhaus.Fabian Sommer/dpa

Ganz Berlin rutscht! Auch wenn die aktuell milderen Temperaturen Eis und Schnee geschmolzen haben, bleibt das Streitthema Streusalz doch aktuell wie nie. Ein neuer Vorschlag kommt von Antje Kapek, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, die behauptet, mit einer einfachen Prioritäten-Änderung käme Berlin durch die nächste Kältewelle.

Antje Kapek fordert, BSR soll erst Geh- und Radwege räumen

Angesichts der anhaltenden Glättegefahr in Berlin fordert Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen) eine Veränderung der Zuständigkeiten für die Räumung. Statt Straßen zuerst von Schnee und Eis zu befreien, soll sich die Stadtreinigung BSR nach ihrer Vorstellung zuerst um Geh- und Radwege kümmern.

Auf Berlins Straßen war es in den letzten Tagen wegen Glätte besonders gefährlich.
Auf Berlins Straßen war es in den letzten Tagen wegen Glätte besonders gefährlich.Britta Pedersen

„Wenn wir schauen, wie es andere Städte machen, beispielsweise Stockholm oder Helsinki, da habe ich kostenneutral einfach nur die Reihenfolge der Räumpriorität geändert“, sagte Kapek im Interview mit dem RBB-Inforadio. Dies sei keine zusätzliche Leistung, sondern eine Veränderung der Prioritäten. Am Ende spare Berlin dadurch sogar Kosten, meinte die Grünen-Politikerin.

BSR fehlen Kapazitäten um in Berlin Gehwege zu räumen

Die BSR lehnt bislang den Vorschlag der Grünen ab, künftig auch für die Gehwege zuständig zu sein. Das Unternehmen verweist auf fehlende Ressourcen. Eine Veränderung der Zuständigkeiten entspricht nach BSR-Angaben einer zusätzlich zu bearbeitenden Strecke von schätzungsweise 12.000 Kilometern – das liege im Anbetracht ihrer Kapazitäten nicht im Rahmen der Möglichkeiten.

Kapek verwies jedoch auf die Folgen der vereisten Flächen, die in den vergangenen Tagen zu vielen Unfällen in Berlin geführt haben: „Im Moment sind die Feuerwehr, sind die Rettungsdienste komplett am Anschlag. Die Krankenhäuser sind belegt. Das kostet uns alles viel mehr Geld, als wenn ich einfach sagen würde, die BSR fängt mit den Gehwegen an.“

Derzeit sei die Räumpflicht in Berlin auf zu viele Schultern verteilt. Dies führe dazu, dass vor zentralen Orten wie U-Bahnhöfen oder Schulen häufig gar nicht oder zu spät geräumt werde – mit teils schweren Unfällen als Folge. (mit dpa)

Was halten Sie von dem Vorschlag von Antje Kapek? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com