Am Mittwochmorgen sorgten Aktivisten von Greenpeace für Aufsehen direkt am Bundeskanzleramt in Berlin Mitte. Mehrere Personen kletterten auf einen Baukran und sicherten sich dort in großer Höhe. Von oben ließen sie ein riesiges Banner herab mit der Botschaft „Freiheit statt fossile Politik!“
Spektakulärer Protest richtet sich gegen Energiepolitik
Am Boden sicherte die Polizei den Bereich rund um das Kanzleramt ab. Eine Straße wurde vorübergehend gesperrt. Das berichtet die Berliner Zeitung. Der ungewöhnliche Protest zog sofort zahlreiche Blicke auf sich.
Die Aktion richtete sich gegen die Energiepolitik der Bundesregierung. Greenpeace fordert seit längerem einen schnelleren Ausstieg aus fossilen Energien und mehr Maßnahmen für den Klimaschutz.
Zeitlich fällt der Protest mit einer wichtigen Entscheidung zusammen. Am Mittwoch wird im Kabinett das neue Klimaschutzprogramm erwartet, das Umweltminister Carsten Schneider vorlegt.
Gleichzeitig erinnerte die Aktion an ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor fünf Jahren. Damals entschieden die Richter, dass unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletzen kann.

Am Samstag vor zwei Wochen hatte Minister Schneider die neuesten Emissionszahlen präsentiert. Die Bilanz des Umweltbundesamts zeigt, dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase in Deutschland im Jahr 2025 nur leicht zurückgegangen ist.
Um das gesetzlich festgelegte Ziel von 65 Prozent weniger Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 zu erreichen, wären nach Einschätzung von Greenpeace jedes Jahr Einsparungen von rund 42 Millionen Tonnen CO₂ notwendig.
Greenpeace fordert mehr Tempo beim Klimaschutz
Greenpeace fordert deshalb deutlich mehr Tempo bei Klimaschutzmaßnahmen. Dazu zählen mehr Wärmepumpen, ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien sowie stärkere Investitionen in E-Autos und den öffentlichen Nahverkehr. Die Organisation warnt, dass die Menschen sonst in eine fossile Kostenfalle geraten könnten.


