Erste Deutsche im All

Diese Berlinerin hat den Mars im Blick

Rabea Rogge aus Berlin flog 2025 als erste deutsche Frau ins All. Die 30-Jährige möchte nun die Raumfahrt für alle öffnen.

Author - Sebastian Karkos
Teilen
Rabea Rogge flog 2025 mit einer SpaceX-Rakete ins All.
Rabea Rogge flog 2025 mit einer SpaceX-Rakete ins All.BalickiDPA, UPI Foto/Imago

Der Himmel ist die Grenze. Für genau 13 Deutsche stimmt das nicht. Sie waren bereits im All. Der Sachse Sigmund Jähn machte 1978 den Anfang. Rabea Rogge war 2025 die bislang Letzte. Bemerkenswert: Sie ist die einzige deutsche Frau, die jemals die Erde von oben gesehen hat – und sie kommt aus Berlin.

Rogge trainiert ein Jahr für ihren Flug ins All

Gegenüber dem KURIER sagt sie: „Man stellt sich ja vor, dass man total nervös ist auf so einer Rakete. Aber am Ende des Tages hatten wir tatsächlich ein Jahr trainiert, und das Training hat sich ausgezahlt. Das war alles so familiär, dass ich mich freuen konnte.“

Und Rogge sorgt gleich doppelt für Staunen: Sie ist erst 30 Jahre alt. Während andere noch ihre Karriere planen, scheint der Elektroingenieurin das ganze Universum offen zu stehen. Führt ihr Weg sogar zum Mars?

Rogge umrundet 2025 vier Tage lang die Erde

Zur Erinnerung: Im April 2025 war sie Mitglied an Bord einer SpaceX-Rakete von Tech-Milliardär Elon Musk. Als eines von vier Crew-Mitgliedern der Mission „Fram2“ umrundete sie vier Tage lang die Erde – auf einer spektakulären Bahn über die Polarregionen. Finanziert wurde die Mission vom maltesischen Krypto-Milliardär Chun Wang. Kennengelernt hatten sich Rogge und Wang zuvor bei einem Expeditionstraining auf Spitzbergen.

Rabea Rogge (l.) mit ihrer SpaceX-Crew. Chun Wang (r.) finanzierte das Projekt. Auch der Australier Eric Philips (2.v.l.) und die Norwegerin Jannicke Mikkelsen waren in der „Dragon“-Kapsel dabei.
Rabea Rogge (l.) mit ihrer SpaceX-Crew. Chun Wang (r.) finanzierte das Projekt. Auch der Australier Eric Philips (2.v.l.) und die Norwegerin Jannicke Mikkelsen waren in der „Dragon“-Kapsel dabei.SpaceX/dpa

Geht bald noch mehr? SpaceX hat Chun Wang gerade damit beauftragt, die erste bemannte Mars-Umrundung zu leiten. Die große Frage: Sitzt Rogge auch diesmal wieder an Bord? Sie selbst sagt: „Ja, es wurde jetzt gerade bekannt gegeben. Mal gucken! Ich glaube, es ist noch eine ganze Weile hin, das muss man fairerweise sagen. Aber ich denke mal, so ein Mars-Fly-by wäre schon was.“

Rabea Rogge vergangene Woche auf der ILA. Sie ist für viele junge Menschen ein Vorbild.
Rabea Rogge vergangene Woche auf der ILA. Sie ist für viele junge Menschen ein Vorbild.Achille Abboud/Imago

Zuletzt war Rogge wieder in ihrer Heimat Berlin unterwegs. Am Wochenende zeigte sie sich bei der Luftfahrtmesse ILA. Montag sprach sie im Zeiss-Großplanetarium beim Festakt „10 Jahre Stiftung Planetarium Berlin“ über ihren Flug.

Ihr Lebensmittelpunkt liegt inzwischen im norwegischen Trondheim, wo sie an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität an ihrem Doktor arbeitet. Studiert hat sie zuvor in Zürich. Rogge gilt als zielstrebig – kein Wunder, dass Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sie als „Vorbild für junge Frauen“ bezeichnet.

Wer weiß: Vielleicht inspiriert sie schon bald die nächste Deutsche zum Flug ins All. Rogge selbst jedenfalls denkt nicht nur an sich: „Ich würde auf jeden Fall noch einmal fliegen, aber wenn ich die Wahl hätte zwischen einem weiteren Flug für mich oder der Möglichkeit, dass mehr Menschen ins All reisen, würde ich Letzteres bevorzugen – einfach, damit auch andere diese Chance bekommen.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Ist Rabea Rogge ein Vorbild für Frauen? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com