Alle 56 Sekunden rückt die Berliner Feuerwehr aus. Doch längst nicht jeder Einsatz ist ein echter Notfall. Immer öfter werden Rettungskräfte gerufen, obwohl Hilfe medizinisch gar nicht nötig wäre.
Feuerwehr: Über eine halbe Million Einsätze
2025 verzeichnete die Feuerwehr exakt 558.293 Einsätze – 26.136 mehr als im Jahr zuvor. Das ist ein Plus von knapp fünf Prozent, wie aus dem aktuellen Jahresbericht hervorgeht. Insgesamt gingen 1.132.637 Notrufe bei der Feuerwehr ein.
Die meisten Alarmierungen betrafen gesundheitliche Probleme oder medizinische Notfälle. Brände machten mit rund 21.000 Einsätzen nur einen vergleichsweise kleinen Anteil aus. Hinzu kamen mehr als 20.000 technische Hilfeleistungen.
Doch seit Jahren wächst das Problem der sogenannten Nonsens-Einsätze. „Wir müssen immer noch zahlreiche Einsätze fahren, weil Menschen die Berliner Feuerwehr als günstige Taxi-Alternative sehen“, so GdP-Vorstandsmitglied Mario Busch, selbst Hauptbrandmeister.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vertritt nach eigenen Angaben eine vierstellige Anzahl an Feuerwehrleuten.

Die Folgen sind gravierend: Kräfte werden gebunden, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden. „Wir brauchen eine Entlastung im Rettungsdienst, weil wir uns weiterhin beim Brandschutz nackig machen“, warnt Busch. Er fordert unter anderem eine gemeinsame Krankentransportleitstelle sowie ein Logistikzentrum mit neuer Atemschutzwerkstatt.
Einsatzzahlen bringen Feuerwehr an ihre Grenzen
Die steigenden Einsatzzahlen bringen die Feuerwehr zunehmend an ihre Grenzen. „Jeder kann sehen, was wir Tag für Tag für ein extremes Programm abspulen. Jeder sieht: Auf unsere Hauptstadtfeuerwehr ist Verlass“, sagt Busch. Gleichzeitig mahnt er: „Wenn in den nächsten Jahren nicht konsequent bei Personal, Finanzierung und Versorgungsstrukturen nachgesteuert wird, werden wir weiterhin vieles über die eigentlichen Grenzen hinaus leisten müssen.“




