Berliner Sehenswürdigkeiten

Die kuriosesten Google-Bewertungen: Wessis verstehen unsere Ossi-Wahrzeichen nicht

Negative, aber lustige Online-Bewertungen zeigen Unverständnis und Skepsis gegenüber Berlins Wahrzeichen.

Author - Sharone Treskow
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Ausblick auf den Alexanderplatz in Berlin mit Weltzeituhr – eigentlich ein imposanter Anblick, doch manche Touristen tun sich schwer damit, unsere Sehenswürdigkeiten zu begreifen.
Ausblick auf den Alexanderplatz in Berlin mit Weltzeituhr – eigentlich ein imposanter Anblick, doch manche Touristen tun sich schwer damit, unsere Sehenswürdigkeiten zu begreifen.Arnulf Hettrich/Imago

Die Weltzeituhr ist eines DER großen „Ossi‑Wahrzeichen“ in Berlin. 1969 in der DDR errichtet, galt sie als repräsentatives Prestigeprojekt. Sie steht bis heute im Zentrum des ehemaligen Ost-Berlins am Alexanderplatz. Damals war sie ein beliebter Treffpunkt und sollte mit ihren internationalen Zeitangaben symbolisch Weltoffenheit zeigen – ein Anspruch, der im Kontrast zur politischen Realität der DDR stand. Bis heute verbinden viele Menschen die Uhr deshalb stark mit der Geschichte und Identität des ehemaligen Ostens. Doch einige Wessis haben Schwierigkeiten, die Weltzeituhr zu verstehen.

Die skurrilsten Google-Bewertungen zur Weltzeituhr

Die negativen Google-Bewertungen der Weltzeituhr (insgesamt 4,4 von 5 Sternen) sind vor allem für Berliner sehr unterhaltsam zu lesen. Viele Touristen scheinen verwirrt und wenig beeindruckt zu sein von unserem Wahrzeichen. „Ganz klar bin ich mit der Zeitanzeige nicht gekommen, aber vermutlich habe ich das immer mit der Sommerzeit falsch umgerechnet“, wundert sich beispielsweise Alice P. aus Köln.

„Die Uhr zeigt die falsche Zeit an? Ich kann die nicht lesen. Verstehe nicht, warum das Ding ein Wahrzeichen sein soll. Kommt nicht her“, warnt Oliver A. aus Monschau.

Dass es bei der Weltzeituhr nicht nur darum geht, die eigene Ortszeit direkt ablesen zu können, haben viele wohl nicht verstanden.
Dass es bei der Weltzeituhr nicht nur darum geht, die eigene Ortszeit direkt ablesen zu können, haben viele wohl nicht verstanden.Jürgen Ritter/Imago

„Eine Uhr, mehr nicht. Was soll der Hype? Außerdem habe ich hier nur Angst, abgestochen zu werden. Da hilft die mobile Polizeistation auch nicht wirklich“, schreibt Lorenzo F. aus München in seiner 1-Stern-Bewertung.

Alexander W. aus Landsberg am Lech fordert sogar ihren Abriss! „Klar, ein Stück Ostalgie, aber nicht mehr up to date. Eigentlich ein Hohn, dem eingesperrten Ostbürger die Kontinente und Zeitzonen zu zeigen, die er nicht bereisen durfte. Ab ins Museum damit“, schreibt er.

So unzufrieden sind Wessis mit unserem Fernsehturm

Auch der Fernsehturm kommt bei Touristen aus Westdeutschland nicht gut weg. Zwar hat er insgesamt eine durchschnittliche Bewertung von 4,4 von 5 möglichen Sternen – doch die 1-Stern-Bewertungen haben es in sich.

„Naja, gibt bessere Aussichten“, bemängelt beispielsweise Susanne E. aus Jena. Dabei kann das höchste Gebäude in Jena, der JenTower, mit seinen 144 Metern unserem Fernsehturm (368 Meter) wohl kaum das Wasser reichen.

Besagte „Discokugel“: Unser Fernsehturm wurde 1969 kurz vor dem 20. Jahrestag der DDR eröffnet.
Besagte „Discokugel“: Unser Fernsehturm wurde 1969 kurz vor dem 20. Jahrestag der DDR eröffnet.Cavan Images/Imago

„Gab keinen Fernseher“, schreibt Paul A. aus Hamburg-Altona – wobei dieser Kommentar wohl hoffentlich nicht ernst gemeint war. „Ich war selbst nicht drin – da steht halt eine Betonsäule mit einer Discokugel obendrauf“, kritisiert Umut O. aus Herne und gibt dem Fernsehturm nur einen Stern.

Wie ist Ihre Meinung zu der Weltzeituhr und dem Fernsehturm als Sehenswürdigkeiten? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.