Einst ein Prestigeprojekt der DDR, heute eine der berüchtigtsten Ruinen der Hauptstadt: Das Sporthotel und Kongresszentrum am Sportforum Hohenschönhausen verfällt seit über 30 Jahren. Während Berlin wächst und überall gebaut wird, bleibt dieser Betonklotz ein Mahnmal des Stillstands.
DDR-Lost Place soll Wohungen weichen
Mitten im Berliner Kiez, direkt am Sportforum, gammelt seit drei Jahrzehnten der einstige DDR‑Prestigebau vor sich hin. Das frühere Sporthotel und Kongresszentrum, damals ein Ort für Spitzensportler und internationale Delegationen, ist heute ein Lost Place.
Kinder und Jugendliche klettern trotz Asbestwarnungen durch die offenen Eingänge, werfen mit Trümmern und erkunden die düsteren Gänge. CDU‑Politiker Dennis Haustein bringt es auf den Punkt: Für ihn ist die Ruine „das hässliche Eingangstor nach Hohenschönhausen“.
Schandfleck in Ost-Berlin
Seit Jahren ist der Verfall in Hohenschönhausen für alle sichtbar. Dabei sollte einer der bekanntesten Schandflecken von Ost-Berlin längst verschwunden sein. Schon 2015 war der Abriss geplant, doch Streitigkeiten zwischen den damaligen Eigentümern ließen das Projekt scheitern.
2023 wechselte das Gelände erneut den Besitzer – und nun wieder, wie der Tagesspiegel berichtet. Die traditionsreiche Immobilie hat mit der Laborgh Investment GmbH einen neuen Eigentümer gefunden, der das 31.000 Quadratmeter große Areal von der Periskop Development GmbH übernommen hat.

Trotz des erneuten Verkaufs bleibt der Plan, in der Konrad-Wolf-Straße Wohungen zu bauen, unverändert: Auf dem Gelände sollen rund 700 Wohnungen entstehen, ergänzt durch Gewerbeflächen, eine Kita, medizinische Angebote und Einzelhandel.

Die neue Eigentümerin betont, dass das Konzept feststeht und die Wohnungen nach Fertigstellung an ein landeseigenes Wohnungsunternehmen übergeben werden sollen. Die WBM zeigt bereits Interesse und prüft einen möglichen Ankauf, hält sich aber bedeckt, solange die Gespräche laufen.
Hier waren die DDR-Sportstars spartanisch untergebracht
Der Blick zurück zeigt, wie weit der einstige Glanz verblasst ist. Das Sport‑ und Kongresszentrum entstand in direkter Nachbarschaft zum Sportforum Hohenschönhausen, wo DDR‑Stars wie Franziska van Almsick und Claudia Pechstein trainierten.
Das angeschlossene Hotel, ein Plattenbau aus den 1960er‑Jahren, bot damals spartanische Zimmer mit zwei Betten, einem Tisch und zwei Stühlen – ausreichend für Olympiasieger, die hier ein und aus gingen. Heute stehen die alten DDR‑Laternen zwischen kniehohem Gras, und die Schatten der Bäume lassen das Gelände wie eine Geisterkulisse wirken. 2007 wurde der Komplex endgültig geschlossen.
Für den Bezirk Lichtenberg zählt jetzt vor allem eines: Bewegung. Das Bebauungsplanverfahren läuft noch, doch der Entwickler peilt 2027 als möglichen Baustart an. Ob dieser Zeitplan hält, hängt von Planungsrecht und Genehmigungen ab.
