Bauprojekt

Dauerbaustelle in Mitte: Das passiert am Marx‑Engels‑Forum

Das Areal rund um das Denkmal von Karl Marx und Friedrich Engels wird komplett umgestaltet und soll ein neuer Lieblingsplatz der Berliner werden.

Author - Stefan Doerr
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Die Bronzefiguren für Karl Marx und Friedrich Engels stehen noch lange hinter Bauzäunen.
Die Bronzefiguren für Karl Marx und Friedrich Engels stehen noch lange hinter Bauzäunen.Jens Kalaene/dpa

Das Marx‑Engels‑Forum bleibt eine Dauerbaustelle. Und das noch ewig lange! Wer Karl Marx und Friedrich Engels in Berlin‑Mitte einen Besuch abstatten will, braucht Geduld. Die markanten Bronzefiguren, die seit 1986 Richtung Fernsehturm blicken, bleiben voraussichtlich bis Ende 2027 hinter Bauzäunen verschwunden. Warum dauert das so lange?

Gigantisches Bauprojekt in Mitte um Marx und Engels

Rund um das Forum versperren derzeit Bauzäune den Weg. Auf Schildern steht: „Betreten der Baustelle verboten!“ und „Eltern haften für ihre Kinder.“ Bagger rollen über das Gelände, meterhohe Sandhaufen prägen das Bild, daneben lagern Dutzende Steinplatten. Marx und Engels stehen mittendrin und sind nur von Weitem zu sehen.

Dabei soll rund um das Denkmal eines der größten städtebaulichen Projekte in Berlins historischer Mitte entstehen. Der 7,2 Hektar große Freiraum zwischen Fernsehturm, Marienkirche, Rotem Rathaus und Spree wird umfassend umgestaltet.

Das gesamte Areal wird umgestaltet und soll eine Wohlfühlzone werden.
Das gesamte Areal wird umgestaltet und soll eine Wohlfühlzone werden.Jens Kalaene/dpa

Geplant ist ein neues Rathaus- und Marx-Engels-Forum, das moderner, grüner und einladender werden soll, teilt die Senatsverwaltung für Mobilität und Umwelt auf Anfrage mit.

Gebaut wird seit Juni vergangenen Jahres. Damals setzte Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) den ersten Spatenstich und formulierte das Ziel: „Wir möchten, dass das Marx-Engels-Forum zu einem Lieblingsort der Berlinerinnen und Berliner wird.“ Laut Umweltverwaltung läuft bislang alles nach Plan.

Zuerst entsteht am Spreeufer, also direkt im Rücken der beiden Vordenker des Kommunismus, ein barrierefreier Aufenthaltsort mit Blick auf Humboldt Forum und Dom. Eine Treppen- und Rampenanlage soll den Zugang erleichtern, Sitzen auf den Stufen ist ausdrücklich erwünscht. Bäume sollen Schatten spenden, ein Wasserspiel für Abkühlung sorgen.

Bauprojekt kostet 34 Millionen Euro

Schon im Mai gehen die Arbeiten am Unterbau der Treppen weiter. Im Sommer soll dann an der Rathausstraße ein neuer Spielbereich mit rund 2300 Quadratmetern Fläche entstehen. Im Herbst beginnen schließlich die Arbeiten an neuen Wegen im restlichen Bereich des Marx-Engels-Forums.

Marx und Engels blicken neben Schutt weiter auf den Fernsehturm.
Marx und Engels blicken neben Schutt weiter auf den Fernsehturm.John Macdougall/AFP

Und Phase zwei? Dann wird auch das Rathausforum umgestaltet. Der gesamte Bereich zwischen Fernsehturm, Marienkirche, Rotem Rathaus und Spree bekommt ein neues Gesicht. Rund 34 Millionen Euro sollen laut früheren Angaben der Umweltverwaltung in beide Bauabschnitte fließen. Bis aus der Dauerbaustelle ein neuer Lieblingsort wird, brauchen Berliner allerdings weiter Geduld.

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