Es ist immer wieder das gleiche Spiel: Kaum hat ein Jahr begonnen, gibt es Tarifverhandlungen bei der BVG – mit Streikdrohungen und Warnstreiks, die dann auch stattfinden. So wie auch kürzlich, wo es wieder Verhandlungen gab und keine Busse und Bahnen der Verkehrsbetriebe fuhren.
Immer wieder BVG-Streiks: Berliner sind genervt
Die Berliner sind genervt, können nicht verstehen, warum das so ist. Dabei ist der Grund ganz einfach: Hinter den jährlichen Tarifverhandlungen steckt ein gut ausgeklügelter Plan der Gewerkschaft Verdi.
Auch wenn es den Fahrgästen wie ein Deja-vu vorkommt: Verdi führt zwar jedes Jahr mit der BVG Tarifverhandlungen, aber immer mit ganz anderen Zielen.
So ging es 2025 im Tarifstreit um mehr Lohn. 750 Euro monatlich mehr Gehalt hatte Verdi unter anderem gefordert. Vier Warnstreiks gab es, erst eine Schlichtung führte zum Ende des Kampfes. Im Ergebnis bekam Verdi 430 Euro/Monat mehr Gehalt für die BVG-Beschäftigten.
In dem aktuellen Tarifstreit in diesem Jahr geht es aber um mehr Urlaub, mehr Urlaubsgeld und bessere Arbeitsbedingungen. Einen 48-Stunden-Warnstreik gab es bereits. Ein nächster Arbeitskampf wäre zu Ostern möglich. Die Verhandlungen dazu wurden am 26. März beendet. Das Ergebnis soll noch verkündet werden. Einigung oder Streik – alles ist möglich.
Warum Verdi jedes Jahr mit BVG verhandeln?
Warum verhandelt Verdi nicht Lohn und Urlaubsfragen in einer Tarifrunde? Ein Gewerkschafts-Mann erklärte es so: Aus taktischen Gründen hält man beide Bereiche getrennt.
Das ermöglicht das Stellen von hohen Lohnforderungen, die die Arbeitgeber im Gegenzug nicht so einfach mit Zugeständnissen beim Urlaub oder den Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen herunterrechnen können.

Dazu kommt: Die BVG ist mit Streiks leicht unter Druck zu setzen. Und so müssen die Berliner Verkehrsbetriebe nach den Tarifrunden auch Abschlüsse mit kurzen Laufzeiten der Verträge zähneknirschend zustimmen. Bei dem Streit um Lohn (2025) endet der ausgehandelte Tarifvertrag Ende 2026.
Ab Januar 2027 muss neu verhandelt werden. Damit steht schon jetzt fest: Anfang nächsten Jahres wird es wieder Tarifverhandlungen um mehr Lohn mit Streiks geben.
Und es könnte schlimmer kommen. Auch wenn sich BVG und Verdi aktuell beim Urlaub einigen konnten, kann 2027 auch zu diesem Punkt gestreikt werden.




