Lausitzer Seenland

Traumsee für Ausflüge: Der Sedlitzer See ist für Wassersportler freigegeben

Perfekt für Ausflüge: Der Sedlitzer See in der Lausitz, der jetzt für Wassersportler freigegeben wurde. KURIER erklärt, was es dort alles gibt, was man darf.

Author - Stefan Henseke
Teilen
Der Sedlitzer See wurde gerade für das Baden und die Schifffahrt freigegeben. Der Badestrand befindet sich im Ort Lieske am Nordufer des Sees.
Der Sedlitzer See wurde gerade für das Baden und die Schifffahrt freigegeben. Der Badestrand befindet sich im Ort Lieske am Nordufer des Sees.Andreas Franke/imago

Von Tag zu Tag wird es wärmer: Am Sonntag erwarten wir für Berlin und Brandenburg bis zu 28 Grad. Zeit für einen Ausflug. Das Beste: In der Region gibt es jetzt ein neues Ausflugsziel: den Sedlitzer See. Brandenburg  hat das Gewässer im Lausitzer Seenland freigegeben – ein Großteil der Wasserfläche ist jetzt für den Wassersport freigegeben.

Der Sedlitzer See ist der größte See in der Region

Der Sedlitzer See ist künstlich angelegt, ein gefluteter Tagebau. Ein echter Traumsee, riesig groß. Mit 1418 Hektar Wasserfläche und einer wassertiefe von 27 Metern ist er der größte See in der Region – größer sogar als der Schwielochsee.

Er ist innerhalb der 5-Seen-Kette über den Ilse-Kanal mit dem brandenburgischen Großräschener See und zwei weitere Kanäle mit dem Geierswalder See und dem Partwitzer See verbunden.

In den Seenverbund wurden mehr mehr als 80 Millionen Euro investiert, in Strände, Radwege, Anlegestellen und Verbindungskanäle. Ferienwohnungen und Wohnhäuser sollen in Ufernähe gebaut werden, im westlichen Teil des Sedlitzer Sees ist sogar ein Wasserlandeplatz für Leichtflugzeuge geplant.

Eine der Hauptattraktionen: der „Rostige Nagel“ am Sornoer Kanal. Ein 30 Meter hoher Aussichtsturm aus Cortenstahl, der eine Million Euro gekostet hat. Jetzt wurde der Sedlitzer See auf brandenburgischer Seite für seine erste Bade- und Wassersportsaison freigegeben.

Der Badestrand liegt im Ort Lieske am Nordufer des Sees. Dort warten ein Aussichtspunkt, ein Spielplatz sowie ein großer Parkplatz mit Stellplätzen für Wohnmobile und einem Sanitärgebäude auf Gäste – ideal für eine Pause direkt am Wasser. Zum tiefergelegenen Strand führen Treppen und barrierefreie Rampen.

Wahrzeichen und Besuchermagnet: der «Rostige Nagel», ein Aussichtsturm am Sedlitzer See
Wahrzeichen und Besuchermagnet: der «Rostige Nagel», ein Aussichtsturm am Sedlitzer SeeSebastian Kahnert/dpa

In Lieske wurde außerdem ein Anleger für Fahrgastschiffe gebaut, ein Wasserwanderrastplatz soll folgen.

In der Sedlitzer Bucht liegt der Sedlitzer Hafen – dort sollen ab Mai 2026 Liegeplätze für Dauer- und Gastlieger bereitstehen. In dieser Saison können Boote dort allerdings noch nicht ins Wasser gelassen werden.

Sedlitzer See: Motorboote bis 15 km/h erlaubt

Für 2026 gilt deshalb die zentrale Einlassstelle am Nordufer im Gewerbegebiet als öffentliche Slipstelle. Sie kann kostenfrei und ohne Anmeldung genutzt werden.

Für motorgetriebenen Wassersport sind Motor- und Elektroboote und Flöße bis maximal 15 km/h erlaubt. Auf dem gesamten See, außer in den Sperrbereichen im Süden. Es gilt ein Nachtfahr-Verbot von 22 bis 5 Uhr.

Wer beim Ausflug Hunger bekommt: Etwas zu essen gibt es im Imbiss „Roststätte" an der Landmarke „Rostiger Nagel", am mobilen Imbiss am Seestrand Lieske und in einem kleinen Hof-Imbiss in Lieske. Das sind die schönsten Radtouren um den See.

Ab dem 29. Juni bekommt die Lausitz ein weiteres Wasser‑Highlight: Dann wird der komplette Seenverbund offiziell für den Schiffsverkehr freigegeben. Erstmals sind damit fünf Seen über schiffbare Kanäle miteinander verbunden – ein deutschlandweit einzigartiges Projekt. Bisher waren nur zwei Verbindungen befahrbar.

Die größte künstliche Seenlandschaft in Europa

Der Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See bilden zusammen ein riesiges Revier mit rund 5300 Hektar Wasserfläche, das künftig frei per Boot erkundet werden kann. Ein weiterer Schritt auf dem Weg vom einstigen Tagebaugebiet zur Freizeit‑ und Urlaubsregion.

In dem früheren Braunkohlerevier wächst mit der Freigabe des Seenverbunds ein Projekt heran, das europaweit herausragt: eine künstliche Wasserlandschaft, wie es sie sonst nirgends gibt. Mehr als 20 geflutete Tagebauseen bilden inzwischen das Lausitzer Seenland – ein gigantisches Freizeitrevier, das sich vom Industriegebiet zur Urlaubsregion wandelt.

Der Sedlitzer See (re) ist mit dem Partwitzer See über den Rosendorfer Kanal (Mitte) verbunden.
Der Sedlitzer See (re) ist mit dem Partwitzer See über den Rosendorfer Kanal (Mitte) verbunden.Robert Michael/dpa

Kathrin Winkler vom Tourismusverband Lausitzer Seenland setzt darauf, dass die vollständige Schiffbarkeit der fünf großen Seen der Region einen deutlichen Bekanntheitsschub bringt. Im vergangenen Hahr gab es in Beherbergungsbetrieben (ab zehn Betten) rund 800.000 Übernachtungen. Etwa 269.000 Gäste haben die Seen im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Brandenburg besucht.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com