Für viele Berliner bedeutet der 1. Mai Demonstrationen, Kundgebungen oder einen freien Tag mit der Familie. Doch es gibt Menschen in der Stadt, für die ist der 1. Mai ein ganz besonderer Feiertag. Dann zieht es sie ans Wasser, an Seen und Kanäle. Ihr Ziel: ein alter Bekannter mit spitzen Zähnen – der Hecht.
Berliner Angler bereiten sich lange auf diesen Tag vor
Mehr als 11.000 Angler im Landesanglerverband Berlin fiebern diesem Datum entgegen. Denn ab dem 1. Mai ist Schluss mit der Schonzeit. Endlich darf wieder auf einen der beliebtesten Raubfische gegangen werden.
Einer der Petrijünger ist Karlheinz Schwarz (62) vom Sport‑ und Anglerverein Frühauf Wannsee. Für ihn ist der Tag ein echter Fixpunkt: „Der 1. Mai ist bei uns im Verein traditionell der Tag fürs Hechtangeln. Da treffen wir uns alle, das Revier liegt gleich bei uns ums Eck – ein schöner Start in die Saison, in der wir im Juni den 100. Geburtstag unseres Vereins feiern“, sagt Schwarz.

Schon Tage vorher wurden Ruten poliert, Rollen geölt, Schnüre geprüft. Denn der Hecht ist kein leichter Gegner. Mit seinen messerscharfen Zähnen beißt er normale Angelschnüre in Sekunden durch. Deshalb greifen die Angler zu Stahlvorfächern oder zu Schnüren aus extrem hartem Kunststoff.
Der Hecht sorgt am 1. Mai in Berlin für einen Feiertag
Der Raubfisch ist in Berlin weit verbreitet – neben Plötzen, Barschen und Aalen gehört er zu den häufigsten Arten. Und trotz seiner berüchtigten Y‑Gräten landet er gern auf dem Teller. Im Ofen zubereitet gilt er als echter Klassiker.

Gefangen wird der Hecht meist mit der Spinnrute. Köder raus, langsam einkurbeln – und hoffen, dass es plötzlich an der Leine kracht. Doch Vorsicht: Hat ein Hecht angebissen, kämpft er mit aller Kraft. Mit wilden Drehungen, der berühmten „Hechtrolle“, versucht er zu entkommen.


