Am Sonntag wurde in Zehdenick in Brandenburg ein neuer Bürgermeister gewählt – und das Ergebnis ist ein Paukenschlag: Erstmals hat sich bei einer Bürgermeisterwahl in Brandenburg ein Kandidat der recchtspopulistischen AfD durchgesetzt. René Stadtkewitz soll von nun an die Geschäfte in der Havelstadt leiten. Der 61-Jährige Unternehmer bekam 58,4 Prozent der Stimmen – und damit gleich im ersten Wahldurchgang die absolute Mehrheit.
AfD-Kandidat bekam in Zehdenick 58,4 Prozent
Der Endstand der Auszählung der Bürgermeisterwahl mit rund 11.300 Wahlberechtigten wurde schon am frühen Abend vermeldet. AfD-Kandidat René Stadtkewitz kam auf 58,4 Prozent der Stimmen, Stephan von Hundelshausen (FDP) erhielt 28,6 Prozent, Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts errang 5,2 Prozent der Stimmen und der Parteilose Wolf-Gernot Richardt immerhin 7,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag laut Berichten bei 52,8 Prozent.
Stadtkewitz ist zwar nicht der erste Bürgermeister, der in Brandenburg im Amt ist – allerdings der erste direkt gewählte AfD-Kandidat. Arne Raue, der in Jüterbog Bürgermeister war, war kurz vor dem Ende seiner Amtszeit in die Partei eingetreten, zuvor war er parteilos. In Lebus wurde 2017 der AfD-Bürgermeister zum ehrenamtlichen Bürgermeister, nachdem die Amtsinhaberin ihre Ämter niedergelegt hatte. Doch die Wahl wurde später für ungültig erklärt.

Der vorherige Bürgermeister von Zehdenick war nun abgewählt worden – das machte eine Neuwahl erforderlich. Hintergrund: Der parteilose Einzelkandidat Alexander Kretzschmar hatte im März die Stichwahl in der 14.000-Einwohner-Stadt im Landkreis Oberhavel gegen AfD-Kandidat René Stadtkewitz gewonnen.
Kretzschmar kam auf 63 Prozent, Stadtkewitz auf 37 Prozent. Elf Tage nach seiner Amtseinführung meldete sich der neue Bürgermeister aber nach Angaben der Stadt krank - und das blieb so. Die Amtsgeschäfte führt der stellvertretende Bürgermeister Marco Kalmutzke.


