In Sachen Spielplatz kann man jede Menge falsch machen. Stahlgerüste, Einheits-Spielgeräte, zu wenig Raum für Fantasie. Doch bei diesem neuen Spielplatz in Köpenick haben die Macher endlich diejenigen gefragt, die den Spielplatz nutzen sollen. Herausgekommen ist ein Ort, an dem Inklusion ganz im Mittelpunkt steht. Ein Leuchtturm-Projekt.
Spielplatz für alle
Auf normalen Spielplätzen müssen Kinder im Rollstuhl und Kinder mit anderen Einschränkungen oft am Rand stehen bleiben. Im FEZ in der Wuhlheide soll das in Zukunft anders sein. Hier sind wirklich alle Kinder willkommen.
„Wir freuen uns, dass wir den inklusiven Spielplatz in kurzer Zeit gemeinsam realisieren konnten. Heute eröffnen wir einen Ort, an dem alle Kinder selbstverständlich zusammen spielen können. Dafür danke ich allen Beteiligten“, sagte FEZ-Chefin Chris Berghäuser bei der Einweihung am Mittwoch.
Das macht den Spielplatz so besonders
Direkt vor dem FEZ ist ein Ort entstanden, der besonders ist. Die Wege sind weitgehend rollstuhlbefahrbar, Rampensysteme und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade ermöglichen vielfältige Zugänge. Gleichzeitig schaffen Rückzugsorte, sensorische Angebote und klar strukturierte Räume Orientierung und Sicherheit.
Herzstück ist ein großes inklusives Kletter- und Spielgerät mit Rampen, Stegen und integrierten Spielelementen für unterschiedliche motorische und sensorische Bedürfnisse.
Ergänzt wird es durch einen Wasserspielbereich mit niedrig zugänglicher Pumpe, einen rollstuhlunterfahrbaren Matschtisch, eine angepasste Nestschaukel sowie Balancier- und Motorikangebote. Ein teilweise befahrbares Labyrinth, Tunnelstrukturen und geschützte Rückzugsräume erweitern das Spektrum.

„Viele Familien erleben im Alltag, dass ihre Kinder auf Spielplätzen nicht mitmachen können. Genau das darf nicht sein. Mit dem neuen inklusiven Spielplatz am FEZ schaffen wir einen Ort, an dem mehr Kinder gemeinsam spielen können – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen“, so Stadtrat Falko Liecke.
870.000 Eur für die Umgestaltung
Die Investitionskosten für den Spielplatz liegen bei etwa 870.000 Euro und werden aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) finanziert, die dem Bezirk Treptow-Köpenick durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eigens für die Errichtung eines inklusiven Spielplatzes in den Haushaltsjahren 2024 und 2025 zur Verfügung gestellt wurden.
„Mir fehlt an diesem Spielplatz alles“
Was den Spielplatz außerdem auszeichnet: Er ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern im Dialog mit Kindern. Schülerinnen und Schülern der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule und der Carl-von-Linné-Schule analysierten den alten Spielplatz – und formulierten klare Kritik: „Mir fehlt auf diesem Spielplatz alles. Es gibt nichts, was ich benutzen kann“, sagt zum Beispiel Safa (12). Rückmeldungen wie diese wurden zum Mittelpunkt aller Planung.
„Wir planen so sicher wie nötig, aber nicht so sicher wie möglich – damit Kinder lernen, Risiken einzuschätzen“
Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann bringt es auf den Punkt: „Wir planen so sicher wie nötig, aber nicht so sicher wie möglich – damit Kinder lernen, Risiken einzuschätzen und eigene Erfahrungen zu machen.“ Teichmann ist Teil eines globalen Fachnetzwerks für naturnahe Schulhofgestaltung, die auch inklusive Spielräume umfasst. Erfahrungen aus Ländern wie Kanada sind direkt in die Planung eingeflossen.
Mehr Grün für Berlins Spielplätze
Auch die Themen Klimaanpassung und Nachhaltigkeit sind Teil der Gestaltung: Viel Grün, neue Bäume und eine geringe Versiegelung gefällt Kindern und der Natur. Natürliche Materialien wie Holz und Stein machene einfach mehr Spaß als Stahlgerüste und Plastebelag.


