Bauen, bauen, bauen – aber bezahlbar! Unter diesem Motto hat sich die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ gebildet. Ihr Ziel: der Bau von 21.400 Wohnungen am Rand des ehemaligen Flughafens Tempelhof. 50.000 Menschen sollen dort vielleicht schon in sechs Jahren leben.
30 Prozent der Wohnungen sollen gefördert werden
Architekt Hans Kollhoff sagt: „Wir müssen anfangen, im großen Stil kostengünstig zu bauen, um nicht zuletzt das Angebot zu vergrößern und die Mieten auch in den bestehenden Quartieren zu senken.“ Rund 30 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden.
Das Projekt ist ambitioniert, doch aufgrund der Wohnungsknappheit in der Hauptstadt denkt die Initiative groß. „Wir erhoffen uns von der Politik einen offenen Diskurs und fordern die Parteien auf, sich mit dem Vorschlag zu beschäftigen“, so Tobias Nöfer, der zweite Architekt des Projekts.
Ein Hindernis gibt es: Beim Volksentscheid 2014 stimmten rund 64 Prozent der Berliner gegen jede Form der Bebauung. Seitdem schützt das sogenannte Tempelhofer-Feld-Gesetz die Fläche weitgehend vor baulichen Eingriffen. Doch Gesetze lassen sich ändern – so die Hoffnung der Initiatoren, die von den insgesamt 300 Hektar rund 100 bebauen wollen.

Und zwar mit einer Randbebauung, die an den benachbarten Schillerkiez oder die Straßen rund um den Chamissoplatz erinnern soll. Klares Ziel: Kostengünstig soll bis 2032 gebaut werden, wie Hans Kollhoff vorschlägt: „Man kann mit Plattenbauweise arbeiten. 95 Prozent der Prozesse sind standardisiert.“ Beim Rest, sprich der Fassade, können sich die Architekten entfalten.
Ein von Platanen gesäumter Außenring ist Kern des Entwurfs
Ein Kern des Entwurfs ist die sogenannte Tempelhofer Promenade, ein von Platanen gesäumter Außenring. Infrastrukturell muss einiges getan werden: So soll ein Bus die einzelnen Quartiere anfahren, zudem ist auf der südlichen Seite der Bau von zwei Brücken über die Ringbahn vorgesehen. Außerdem soll zwischen den S-Bahnhöfen Tempelhof und Hermannstraße, auf Höhe der Oberlandstraße, ein neuer Bahnhof entstehen, um die Siedlung besser anzubinden.

Die Investitionskosten sollen bei rund neun Milliarden Euro liegen. Das innere Grün des Feldes ist tabu. Stattdessen will die Initiative eine gemeinnützige Stiftung als Schutzinstrument gegen weitere Bebauung gründen.




