In Berliner Kitas sind seit Jahresbeginn bis zu 27 Schließtage pro Jahr möglich. Vielen Eltern bereitete die neue Regelung Kopfschmerzen. Mehr Schließtage bedeuten oft auch mehr Stress. Aber aufgepasst: Es gibt einen Trick, mehr Schließtage zu verhindern. Denn entscheidend ist, was im Vertrag steht und ob Eltern zustimmen.
Kitas bis zu 27 Tage zu – doch nicht ohne Zustimmung
Seit Beginn des Jahres 2026 können Berliner Kitas bis zu 27 Schließtage pro Jahr beschließen. Der Senat hat jetzt klargestellt: Das heißt längst nicht, dass alle Einrichtungen diese Zahl einfach ausschöpfen dürfen. Bestehende Betreuungsverträge gelten weiter unverändert. Haben Eltern nur 25 Schließtage vereinbart, bleibt es dabei – es sei denn, sie stimmen einer Änderung ausdrücklich zu. Das berichtet der Tagesspiegel unter Verweis auf die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Hintergrund ist eine Einigung zwischen Senat, Gewerkschaften und Kitaträgern, die Kitas seit diesem Jahr 27 statt 25 Schließtage ermöglicht. Für viele Eltern, vor allem für Berufstätige und Alleinerziehende, bedeutet jeder zusätzliche Schließtag allerdings zusätzlichen Stress.
Verunsicherung nach neuer Vereinbarung
Nach Angaben des Landeselternausschusses Kita (LEAK) gegenüber dem Tagesspiegel hatten einige Träger bei Familien den Eindruck erweckt, die zusätzlichen Schließtage würden automatisch Bestandteil bestehender Verträge.
Viele Eltern waren daher unsicher: Gilt die neue Obergrenze automatisch für alle? Die Antwort des Senats ist eindeutig: nein. Die 27 Tage sind nur eine Obergrenze, kein Automatismus.
Sabrina Simmons, Vorsitzende des Gremiums, begrüßte laut Bericht die nun erfolgte Klarstellung. „Jetzt wissen die Eltern, dass eine Erhöhung auf 27 Tage mit gültigen Verträgen über maximal 25 Tage schlicht nicht geht“, sagte sie. Die Botschaft: Ohne Zustimmung der Eltern keine zusätzlichen Schließtage. Ebenfalls wichtig für viele Familien: Ein Kita-Platz darf nicht gekündigt werden, nur weil Eltern eine Änderung ablehnen.
Warum Kitas überhaupt öfter schließen wollen
Ganz ohne Grund sind zusätzliche Schließtage nicht im Gespräch. Laut Senatsverwaltung brauchen Einrichtungen solche Zeiten etwa für Fortbildungen, Teamtage und die Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte.
In der Rahmenvereinbarung für Tageseinrichtungen heißt es: „Die Planung der Schließzeiten soll unter Beteiligung der Elternvertretung erfolgen. Sofern die Einrichtung 27 Schließtage ausschöpft, sind mindestens zwei Schließtage zur fachlichen Qualitätsentwicklung zu nutzen.“

Die Grünen-Bildungsexpertin Marianne Burkert-Eulitz fordert trotzdem mehr Transparenz. Ihr Appell: Wenn Kitas ihre Schließzeiten ausweiten wollen, müssen Eltern stärker eingebunden werden.
Klarstellung ja, Umsetzung nein?
Vereinbarung hin oder her – bei der Umsetzung hakt es offenbar. Die jüngste Klarstellung des Senats sorgt zwar für Aufmerksamkeit, im Alltag vieler Kitas kommt sie bislang aber kaum an. Wie eine Mutter aus Steglitz dem KURIER berichtet, sind die 27 Schließtage in vielen Kitas bereits zu Jahresbeginn festgezurrt worden.


