Pläne für Treptow

Berlin-Plänterwald: DDR-Garagen sollen jetzt für Neubauten abgerissen werden

Auf das Quartier am S-Bahnhof Plänterwald kommen umfangreiche Bauarbeiten zu. Das Viertel wird nachverdichtet, 770 neue Wohnungen sind geplant.

Author - Stefan Henseke
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Die alten Garagen aus DDR-Zeiten sollen abgerissen werden und Neubauten weichen.
Die alten Garagen aus DDR-Zeiten sollen abgerissen werden und Neubauten weichen.Urban Coop Berlin

Berlin braucht dringend neue Wohnungen. Doch es gibt Streit darüber, wo gebaut werden soll und darf. Oftmals verschwinden Grünflächen, Altmieter bekommen neue Wohnblocks direkt vor die Fenster gesetzt. Jetzt soll das Viertel am Plänterwald nachverdichtet werden. 770 neue Wohnungen sind geplant – dafür sollen auch alte DDR-Garagen abgerissen werden.

Plänterwald: Neubauten an der Erich-Lodemann-Straße geplant

„Das Quartier Plänterwald im Bezirk Treptow-Köpenick bietet mit seiner ruhigen Lage, großzügigen Grünflächen und der Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln ein großes Potenzial, um Wohnungsbau, Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung in Einklang zu bringen“, heißt es in einem neuen Konzept aus dem Bezirksamt.

Viele Altmieter werden das natürlich anders sehen. Besonders Anwohner in der Erich-Lodemann-Straße. Denn hier wird ein Großteil der Neubauten hochgezogen.

Wie eine Karte mit dem Rahmenplan zeigt: Parallel zur Straße werden Neubauten geplant. Da, wo bisher drei Häuser nebeneinander stehen, kommt ein vierter Riegel dazu. Dafür werden wohl auch Bäume gefällt werden müssen.

Die Erich-Lodemann-Straße in Berlin-Plänterwald verläuft parallel zur S-Bahn-Strecke. Für Neubauten werden hier wohl einige Bäume gefällt werden müssen.
Die Erich-Lodemann-Straße in Berlin-Plänterwald verläuft parallel zur S-Bahn-Strecke. Für Neubauten werden hier wohl einige Bäume gefällt werden müssen.Assenmacher/Wikimedia Commons

Und: Garagen, die einst zusammen mit den Bestandsbauten in der DDR geplant wurden, werden abgerissen. Sie sind schon als Baugrundstück ausgewiesen. Im Juni 2025 wurde bereits ein Wettbewerb zur Bebauung ausgeschrieben.

Plänterwald: 770 neue Wohnungen sollen gebaut werden

Für die Bebauung auf dem 3745 Quadratmeter großen, landeseigenen Grundstück hat sich auch die gemeinwohlorientierte Urban Coop Berlin beworben. Die planen hier ein genossenschaftliches Neubauprojekt mit Wohn-, Gemeinschafts- und Gewerberäumen. Versprochen werden stabile und dauerhaft gesicherte Kaltmieten und niedrige Nebenkosten.

In dieser Woche hat das Bezirksamt Treptow-Köpenick das „Innenentwicklungskonzept Plänterwald: Studie zur städtebaulichen Quartiersentwicklung“ beschlossen. Neben 650 Wohnungen in Neubauten sollen auch 50 Wohnungen durch Dachgeschossausbau und 70 Wohnungen durch Aufstockungen entstehen.

Das ist der städtebauliche Rahmenplan für das Quartier Plänterwald. Eingezeichnet ist auch, wo überall Wohnungen gebaut werden sollen.
Das ist der städtebauliche Rahmenplan für das Quartier Plänterwald. Eingezeichnet ist auch, wo überall Wohnungen gebaut werden sollen.BA Treptow-Köpenick

Mehr Wohnungen – das heißt auch mehr benötigter Platz in Kitas und Schulen. Deshalb wird auch hier gebaut bzw. ausgebaut. Die Kita „Raumschiff Orion“ wird um 120 Plätze erweitert, 80 Plätze kommen durch den Neubau integrierter Kitas dazu.

Ebenfalls soll die Sophie-Brahe-Schule um 150 Schulplätze erweitert werden, 1200 Quadratmeter sind für neue Spielplätze vorgesehen.

Plänterwald: Obdachlosenhilfe an Kleingartensiedlung

Komplett umgebaut werden soll laut Planung der Vorplatz vom S-Bahnhof. Hier soll das Tor zum Plänterwald entstehen. Das Bezirksamt spricht „von einem einladenden Entree mit Nahversorgung, medizinischen und sozialen Einrichtungen sowie wohnverträglichem Gewerbe“.

Ärger mit Kleingärtnern könnte es an der Kleingartenanlage „Treptows Ruh“ geben. Auf dem bisherigen Garagenhof soll eine soziale Einrichtung gebaut werden – laut Rahmenplan „Maßnahmen im Rahmen der Obdachlosenhilfe“.

Was sagen Sie zu diesem Thema? Wohnen Sie selbst in dem Viertel? Schreiben Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Zuschriften.