Fast 3000 Berliner müssen sich plötzlich Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Denn der Chemieriese BASF mit Hauptsitz in der Storkower Straße in Friedrichshain hat plötzlich eine Riesenveränderung angekündigt.
2800 Berliner fürchten um ihre Stellen
Es ist eine Schocknachricht für den Wirtschaftsstandort Berlin: Der Chemiekonzern BASF will seine Präsenz in der Hauptstadt deutlich verkleinern und verlagert zentrale Aufgaben nach Indien. Dabei hatte das Unternehmen nach der Jahrtausendwende gerade hier seine konzerninternen Dienstleistungen gebündelt – von Personal über Finanzen bis hin zu europaweiten Ausschreibungen.
Rund 2800 Mitarbeiter kümmern sich bislang um Gehaltsabrechnungen, Einstellungen und interne Prozesse für alle europäischen Standorte. Jetzt sollen genau diese Bereiche (Finanzen, Personal und globale Geschäftsdienstleistungen) schrittweise nach Indien abwandern.

BASF begründet die Entscheidung mit einer „internen Transformation“, die „Prozesse stärker standardisieren, automatisieren und kosteneffizienter“ machen soll. Welche Berliner Abteilungen tatsächlich bestehen bleiben, ist noch unklar. Ebenso offen ist, wie viele der 2800 Jobs konkret auf der Kippe stehen.
Berlins Regierender will die Berliner Jobs retten
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußert sich besorgt über die Ankündigung: „Berlin hat sich über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort für die BASF erwiesen“, teilt er mit. Vor diesem Hintergrund erwarte er von den Unternehmen „eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der weiteren Planungen für den Standort Berlin“.

Ein sozialverträglicher Umgang mit den betroffenen Beschäftigten und die frühzeitige Einbindung der Betriebsräte seien „zwingend“. Wegner kündigt an, zeitnah Gespräche mit der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern führen zu wollen.
BASF muss viel Kritik einstecken
Auch die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kritisiert die Ankündigung des Unternehmens als verantwortungslos. „Mit diesem beschäftigungspolitischen Schlag führt BASF ein tarifliches Vorzeigeprojekt zu einem Ende, mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben“, teilt der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis mit.

Die Leiterin des IG-BCE-Landesbezirks Nordost, Stephanie Albrecht-Suliak, betonte: „Es kann nicht sein, dass der Konzern am Heimatstandort Scheibchen für Scheibchen Arbeitsplätze abschneidet, während in Asien Milliarden investiert werden.“



