Kai Wegner stinksauer

BASF verlagert sich nach Indien, Berliner zittern um ihre Jobs

Es ist ein erschreckendes Manöver, das für viel Gegenwind sorgt. Der Chemiekonzern BASF lässt die Hauptstadt im Stich.

Author - Sharone Treskow
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Das Bürogebäude der BASF Services Europe GmbH im Bezirk Friedrichshain. Hier wird sich demnächst einiges ändern.
Das Bürogebäude der BASF Services Europe GmbH im Bezirk Friedrichshain. Hier wird sich demnächst einiges ändern.Bartomeu Balaguer Ro/imago

Fast 3000 Berliner müssen sich plötzlich Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Denn der Chemieriese BASF mit Hauptsitz in der Storkower Straße in Friedrichshain hat plötzlich eine Riesenveränderung angekündigt.

2800 Berliner fürchten um ihre Stellen

Es ist eine Schocknachricht für den Wirtschaftsstandort Berlin: Der Chemiekonzern BASF will seine Präsenz in der Hauptstadt deutlich verkleinern und verlagert zentrale Aufgaben nach Indien. Dabei hatte das Unternehmen nach der Jahrtausendwende gerade hier seine konzerninternen Dienstleistungen gebündelt – von Personal über Finanzen bis hin zu europaweiten Ausschreibungen.

Rund 2800 Mitarbeiter kümmern sich bislang um Gehaltsabrechnungen, Einstellungen und interne Prozesse für alle europäischen Standorte. Jetzt sollen genau diese Bereiche (Finanzen, Personal und globale Geschäftsdienstleistungen) schrittweise nach Indien abwandern.

Dr. Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender BASF, erklärt: Dieser Schritt soll das Chemieunternehmen kosteneffizienter machen.
Dr. Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender BASF, erklärt: Dieser Schritt soll das Chemieunternehmen kosteneffizienter machen.Political-Moments/imago

BASF begründet die Entscheidung mit einer „internen Transformation“, die „Prozesse stärker standardisieren, automatisieren und kosteneffizienter“ machen soll. Welche Berliner Abteilungen tatsächlich bestehen bleiben, ist noch unklar. Ebenso offen ist, wie viele der 2800 Jobs konkret auf der Kippe stehen.

Berlins Regierender will die Berliner Jobs retten

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußert sich besorgt über die Ankündigung: „Berlin hat sich über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort für die BASF erwiesen“, teilt er mit. Vor diesem Hintergrund erwarte er von den Unternehmen „eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der weiteren Planungen für den Standort Berlin“.

Regierender Bürgermeister Kai Wegner fordert von der BASF Klarheit für die Berliner und ihre Jobs.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner fordert von der BASF Klarheit für die Berliner und ihre Jobs.Berlinfoto/imago

Ein sozialverträglicher Umgang mit den betroffenen Beschäftigten und die frühzeitige Einbindung der Betriebsräte seien „zwingend“. Wegner kündigt an, zeitnah Gespräche mit der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern führen zu wollen.

BASF muss viel Kritik einstecken

Auch die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kritisiert die Ankündigung des Unternehmens als verantwortungslos. „Mit diesem beschäftigungspolitischen Schlag führt BASF ein tarifliches Vorzeigeprojekt zu einem Ende, mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben“, teilt der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis mit.

Der Chemieriese BASF begründet den Stellenabbau in Berlin mit einer „internen Transformation“.
Der Chemieriese BASF begründet den Stellenabbau in Berlin mit einer „internen Transformation“.Felix Zahn/photothek.net/imago

Die Leiterin des IG-BCE-Landesbezirks Nordost, Stephanie Albrecht-Suliak, betonte: „Es kann nicht sein, dass der Konzern am Heimatstandort Scheibchen für Scheibchen Arbeitsplätze abschneidet, während in Asien Milliarden investiert werden.“

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