Horrorszenario ab Mai

Trump-Sanktionen könnten bald für Spritkrise in Berlin sorgen

Vier Jahre ging’s mit der PCK Schwedt gut, nun bringen US-Sanktionen die Raffinerie in Bedrängnis. Neun von zehn Berliner Autos könnten betroffen sein.

Author - Jana Hollstein
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Neun von zehn Autos in Berlin könnten ab Mai unter Trumps Sanktionen leiden.
Neun von zehn Autos in Berlin könnten ab Mai unter Trumps Sanktionen leiden.Shotshop/imago

Die neuen von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil haben uns bisher nicht betroffen, weil es für die deutsche Rosneft-Tochter eine Sondergenehmigung gab. Doch die läuft Ende April aus. Für Berlin und ganz Ostdeutschland könnte das Stress an der Zapfsäule bedeuten.

PCK Schwedt bald von US-Sanktionen betroffen

Die Chefs der Schlüssel-Raffinerie PCK Schwedt schlagen intern schon seit Januar Alarm. In einem Brandbrief an Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche bitten sie „dringend“ um Hilfe im Streit mit den USA. Ohne Schwedt läuft nämlich im Osten kaum ein Motor. Rechnerisch fahren allein neun von zehn Autos der Hauptstadt mit Sprit aus genau dieser Anlage. Auch der Flughafen BER und Tankstellen in ganz Ostdeutschland hängen an der Raffinerie.

Die Raffinerie in Schwedt in der Uckermark im Nordosten von Brandenburg versorgt große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff.
Die Raffinerie in Schwedt in der Uckermark im Nordosten von Brandenburg versorgt große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff.Patrick Pleul/dpa

Darum wird es jetzt ernst. „Wir verzeichnen bereits (…) Einschränkungen in unserem operativen Geschäft“, heißt es. Die US-Sanktionen gegen den russischen Mutterkonzern drücken direkt auf die Versorgungssicherheit der Region und dadurch auch Berlin. Washington begründet die Maßnahmen damit, dass Moskau einem Waffenstillstand in der Ukraine nicht zustimmen wolle.

Ab Mai könnte Berlin der Sprit ausgehen

Die US-Behörden erlaubten der deutschen Rosneft-Tochter vorerst weiterzuarbeiten, doch diese Sondergenehmigung gilt nur bis zum 29. April. Danach droht der Sprit-Schock. Selbst der polnische Importeur Unimot warnt: Diese Raffinerie- und Transportkapazitäten seien praktisch nicht zu ersetzen.

In Berlin wird darum fieberhaft verhandelt. Das Wirtschaftsministerium spricht mit den USA über eine Verlängerung, gleichzeitig tüftelt eine Taskforce aus Bund, Brandenburg und Raffinerie an Notlösungen. Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Die Sanktionen treffen das Geschäft offenbar schon jetzt und könnten den Besitzerwechsel beschleunigen. US-Investoren sollen bereits Interesse angemeldet haben. Sogar eine staatliche Übernahme steht im Raum.

Horrorszenario: Bleiben die Flugzeuge am BER bald stehen?
Horrorszenario: Bleiben die Flugzeuge am BER bald stehen?Michael Bahlo

Deutschland hat die Rosneft-Töchter zwar unter Treuhand gestellt, aber nicht enteignet, um Moskau nicht weiter zu provozieren. Doch genau das sorgt nun für Zoff mit Washington. Insider sagen, Schwedt sei nur ein Puzzleteil in einem viel größeren Energie-Poker zwischen den USA und Russland. Für Berlin geht es also längst nicht mehr um Politik, sondern um die Frage, ob an der Tankstelle bald Ebbe herrscht.

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