Die neuen von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil haben uns bisher nicht betroffen, weil es für die deutsche Rosneft-Tochter eine Sondergenehmigung gab. Doch die läuft Ende April aus. Für Berlin und ganz Ostdeutschland könnte das Stress an der Zapfsäule bedeuten.
PCK Schwedt bald von US-Sanktionen betroffen
Die Chefs der Schlüssel-Raffinerie PCK Schwedt schlagen intern schon seit Januar Alarm. In einem Brandbrief an Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche bitten sie „dringend“ um Hilfe im Streit mit den USA. Ohne Schwedt läuft nämlich im Osten kaum ein Motor. Rechnerisch fahren allein neun von zehn Autos der Hauptstadt mit Sprit aus genau dieser Anlage. Auch der Flughafen BER und Tankstellen in ganz Ostdeutschland hängen an der Raffinerie.

Darum wird es jetzt ernst. „Wir verzeichnen bereits (…) Einschränkungen in unserem operativen Geschäft“, heißt es. Die US-Sanktionen gegen den russischen Mutterkonzern drücken direkt auf die Versorgungssicherheit der Region und dadurch auch Berlin. Washington begründet die Maßnahmen damit, dass Moskau einem Waffenstillstand in der Ukraine nicht zustimmen wolle.
Ab Mai könnte Berlin der Sprit ausgehen
Die US-Behörden erlaubten der deutschen Rosneft-Tochter vorerst weiterzuarbeiten, doch diese Sondergenehmigung gilt nur bis zum 29. April. Danach droht der Sprit-Schock. Selbst der polnische Importeur Unimot warnt: Diese Raffinerie- und Transportkapazitäten seien praktisch nicht zu ersetzen.
In Berlin wird darum fieberhaft verhandelt. Das Wirtschaftsministerium spricht mit den USA über eine Verlängerung, gleichzeitig tüftelt eine Taskforce aus Bund, Brandenburg und Raffinerie an Notlösungen. Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Die Sanktionen treffen das Geschäft offenbar schon jetzt und könnten den Besitzerwechsel beschleunigen. US-Investoren sollen bereits Interesse angemeldet haben. Sogar eine staatliche Übernahme steht im Raum.



