Bahnfrust total

Immer mehr Züge in Berlin und Brandenburg kommen zu spät

Neue Zahlen zeigen, welche Regionalstrecken besonders betroffen sind und wo die Züge noch am zuverlässigsten fahren.

Author - Tobias Esters
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Ein Regionalzug fährt durch das verschneite Berliner Bahnnetz.
Ein Regionalzug fährt durch das verschneite Berliner Bahnnetz.Sabine Gudath/IMAGO

Für viele Pendler in Berlin und Brandenburg beginnt der Tag schon mit Frust am Bahnsteig. Und das völlig zu Recht! Neue Zahlen des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg zeigen, dass die Züge 2025 noch unpünktlicher waren als im Jahr davor. Nur noch 84,4 Prozent der Halte wurden rechtzeitig erreicht. 2024 waren es immerhin noch 85 Prozent.

Diese Bahnlinien treiben Pendler in den Wahnsinn

Besonders schlimm traf es mehrere wichtige Regionalstrecken. Auf der Linie RB54 zwischen Rheinsberg und Löwenberg kam nur rund jeder zweite Zug pünktlich an. Auch die RE-Linien 4, 5 und 7 sorgten regelmäßig für lange Gesichter, weil mehr als ein Viertel der Fahrten verspätet war. Für Berufspendler, Schüler und Auszubildende bedeutet das viele verpasste Anschlüsse, Stress im Job und das permanente Gefühl, der Bahn ausgeliefert zu sein.

Verspätungen auf der Anzeigetafel sorgen bei Fahrgästen für Frust.
Verspätungen auf der Anzeigetafel sorgen bei Fahrgästen für Frust.Steinach/IMAGO

Doch es gibt auch Lichtblicke. Auf einigen kurzen Strecken lief es fast perfekt. Die Linien RB35, RB73 und RB74 erreichten Pünktlichkeitswerte von deutlich über 96 Prozent. Hier können Fahrgäste meist noch darauf vertrauen, dass der Zug wirklich kommt, wenn er kommen soll. Diese Strecken haben nur wenige Haltestellen und sind überschaubar. Offenbar ein Vorteil im oft überlasteten Bahnnetz.

Verspätung gilt schon ab 5 Minuten

Als verspätet gilt ein Halt übrigens schon ab fünf Minuten Verzögerung. Erfasst wurden 67 Messpunkte im gesamten VBB-Gebiet. Ausgefallene Züge tauchen in der Statistik gar nicht auf. Der tatsächliche Ärger im Alltag dürfte also noch größer sein, als die Zahlen zeigen.

Für viele Fahrgäste wird Bahnfahren nicht nur unzuverlässiger, sondern seit Jahren auch immer teurer. Die Preise haben sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Seit Anfang dieses Jahres kostet beispielsweise ein Einzelfahrschein für Berlin bereits 4,00 Euro. 2016 waren es noch 2,70 Euro. 

Wie genervt sind Sie von den Zugverspätungen in Berlin und Brandenburg? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com