Kalt erwischt

Berlin und Brandenburg drohen teure Heiz-Rechnungen

Im Nordosten Deutschlands explodieren die Heizkosten. Brandenburg +29 Prozent, Berlin +18 Prozent. Viele merken es aber erst 2027.

Author - Sebastian Karkos
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Aufgrund der Temperaturen mussten viele Verbraucher ihre Heizungen auf Stufe 5 drehen.
Aufgrund der Temperaturen mussten viele Verbraucher ihre Heizungen auf Stufe 5 drehen.Fabian Sommer/dpa

Seit Jahresbeginn hat die Kälte den Nordosten Deutschlands fest im Griff. Und das dicke Ende kommt erst noch. Mit der Heizkostenabrechnung!

Berlin und Brandenburg mussten mehr heizen

In Berlin, aber vor allem in Brandenburg, wurde im Januar 2026 deutlich mehr geheizt als in den beiden Vorjahresmonaten. Das zeigt eine Auswertung des Energiedienstleisters Techem. Die Folge: Verbraucher müssen mit deutlich höheren Heizkosten rechnen.

In Brandenburg wurde den Daten zufolge 29,2 Prozent mehr geheizt. Nur in Thüringen fiel das Plus mit 34,5 Prozent noch größer aus. Dort droht den Verbrauchern ein Kostenanstieg von mehr als 30 Prozent! In Berlin stieg der Verbrauch um 18,1 Prozent.

Wie teuer es am Ende für die Berliner und Brandenburger wird, erfahren viele jedoch erst Ende 2027. Denn Vermieter haben zwölf Monate Zeit, nach Ende des Abrechnungszeitraums ihren Mietern die Nebenkostenabrechnung zukommen zu lassen.

Bei den Energiepreisen müssen viele Menschen genau kalkulieren.
Bei den Energiepreisen müssen viele Menschen genau kalkulieren.imago

Sind die Mieten nicht schon hoch genug, kommen für viele aufgrund des Winters nun noch einmal höhere Kosten hinzu. Geschäftsführerin Wibke Werner vom Berliner Mieterverein sagt dem KURIER: „Die steigenden Heizkosten und auch die Betriebskosten werden zunehmend zum Problem für einige Mieterinnen und Mieter. 2025 war gar nicht so dramatisch, doch das Problem ist, dass Anfang 2024 die Gaspreisbremse weggefallen ist, die ursprünglich ja mal die Gaspreise und auch die Fernwärmepreise etwas gedrückt hat. Das heißt, wir haben schon aufgrund dessen eine Kostensteigerung.“

Fernwärme ist um 17 Cent pro Kilowattstunde teurer

Werner weiter: „Insgesamt liegen die Energiepreise, auch bei Fernwärme, deutlich noch über dem Niveau, das wir vor der Energiekrise hatten. Bei der Fernwärme gab es einen Anstieg auf durchschnittlich 17 Cent pro Kilowattstunde. Entscheidend für die Nachzahlung ist neben dem Verbrauch auch immer die Entwicklung der Energiepreise.“

Gut: Aufgrund der Energiekosten 2024 und der Nachforderungen haben viele ihre Vorauszahlungen bereits angepasst. Womöglich fallen die Steigerungen dem einen oder anderen Verbraucher daher gar nicht groß auf.

Doch Werner weist darauf hin: „Die Kosten sind nicht niedriger, sondern der Puffer ist durch die angepassten Vorauszahlungen größer. Unser Tipp: Selbst wenn man ein Guthaben aus einer Heizkostenabrechnung bekommt, sollte man auch da noch einmal genauer hingucken, ob korrekt abgerechnet worden ist.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie Angst vor einer erhöhten Heizkostenabrechnung? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com