Es ist das Ende einer Ära: Am Donnerstag werden mitten in Berlin zwei der Flutlichtmasten im Jahnsportpark gesprengt. Es ist eine Aktion, die es nicht alle Tage gibt: Warntöne, ein lauter Knall und jede Menge fallender Stahl dürften am Vormittag zahlreiche Schaulustige anziehen. Wie genau läuft die Sprengung ab und was müssen Anwohner wissen?
Ab 7 Uhr gibt es Sperrungen rund um den Jahnsportpark
Schon um 7 Uhr am Morgen wird für die Sprengung der Flutlichtmasten ein Sperrkreis eingerichtet, hieß es im Vorfeld. Bis 12 Uhr in der Mittagszeit ist das Gelände rund um den Park nicht zugänglich, auch die Max-Schmeling-Halle und ein Teil des Mauerparks sind betroffen. Bis spätestens 10 Uhr sollen die Sperrungen vollends abgeschlossen sein. Kurz vor der Sprengung soll es dann auch zu Einschränkungen auf der Tram-Linie M10 kommen.
Der eigentliche Knall steht dann gegen 11 Uhr an – aber nicht ohne vorherige Warnung. Zuerst soll ein langer Warnton zu hören sein, anschließend wird zweimal in ein Horn geblasen, die letzte Ankündigung der folgenden Sprengung. Dann der laute, kurze Knall, der weithin zu hören sein wird. Bei gutem Wetter werden Berlinerinnen und Berliner auch aus weiter Entfernung sehen, wie die beiden Flutlichtmasten in sich zusammenfallen.

Allerdings dürfte die Sprengung nicht so spektakulär werden wie vergleichbare Aktionen: Die rund 50 Meter hohen Masten, die zur 750-Jahr-Feier Berlins aufgestellt wurden, bestehen hauptsächlich aus Stahl und nicht aus Beton. Deshalb soll sich die Menge an Staub, die nach der Explosion aufgewirbelt wird, in Grenzen halten.
Nach der Sprengung werden die Sperrungen aufgehoben
Das Spektakel dürfte dann schnell vorbei sein – bis 12 Uhr sollen die Sperrungen rund um den Jahnsportpark wieder aufgehoben sein. Wichtig für Anwohner: Sie können laut aktueller Informationen in ihren Häusern bleiben, wurden bereits im Vorfeld über die Aktion informiert.
Der Jahnsportpark wird in einen inklusiven Sportpark umgebaut. Als Erstes soll der Stadionneubau für rund 20.000 Zuschauer umgesetzt werden, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mitgeteilt hatte. Abriss-Aktionen und Bauarbeiten haben allerdings auch für jede Menge Gegenwind gesorgt. „Die Flutlichtmasten sind kein ‚Schrott‘, sondern Wahrzeichen, Orientierungspunkte und Träger von kollektiver Erinnerung für Nachbarn und Nutzer des Ortes“, hieß es etwa in einer Mitteilung der „Bürgerinitiative Jahn-Sportpark“. Die Sprengung führe zu einem irreversiblen Verlust für den Kiez. Hier werde die Geschichte des Stadions in die Luft gejagt. (mit dpa)




