Ein Stück Berliner Sportgeschichte ist am Donnerstagvormittag in Prenzlauer Berg verschwunden. Mit einem lauten Knall sind im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zwei der markanten Flutlichtmasten zu Boden gegangen. Jahrzehntelang prägten sie die Skyline des Kiezes – nun sind sie Geschichte.
Das Video zeigt, wie die rund 50 Meter hohen Stahlkonstruktionen gegen 11.30 Uhr kontrolliert in sich zusammenfallen:
Spektakuläre Sprengung im Jahnsportpark
Schon vor der Sprengung herrschte rund um das Stadion gespannte Stille. Hunderte Schaulustige standen hinter den Absperrgittern, viele mit Smartphones in der Hand. Nach einer kurzfristigen Verschiebung aus Sicherheitsgründen ertönte schließlich der Warnton. Wenige Sekunden später folgten zwei dumpfe Explosionen. Die rund 50 Meter hohen Stahlkonstruktionen knickten ein und stürzten kontrolliert in sich zusammen. Eine sehr kleine Staubwolke stieg auf, Applaus brandete auf, zahlreiche Besucher hielten den Moment fest.
Auch von offizieller Seite fällt das Fazit positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden mit der Sprengung, es hat alles planmäßig funktioniert“, erklärt Martin Pallgen von der Senatsverwaltung für Bauen gegenüber dem Berliner KURIER. Der Rückbau des alten Stadions stehe nun kurz vor dem Abschluss. Bereits im Sommer soll mit dem Neubau des Stadions im Jahn-Sportpark begonnen werden.
Unter den Schaulustigen, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten, waren auch Anton (22) und Nils (21). Sie haben mit unserer Reporterin vor Ort über die Sprengung gesprochen.
Die Sprengung ist Teil des groß angelegten Umbaus des traditionsreichen Sportareals. Das in den 1950er-Jahren eröffnete Stadion wird vollständig neu gedacht. Geplant ist ein moderner, inklusiver Sportpark mit einem Stadion für rund 20.000 Zuschauer.

Die alten Flutlichtmasten entsprechen nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen und müssen deshalb weichen. Zwei weitere Masten sollen als Erinnerung an das historische Erscheinungsbild erhalten bleiben.

Kurz vor dem großen Moment wurde ein Warnton erwartet, der die Sprengung ankündigen sollte. Dann sollten zwei kurze, kräftige Explosionen folgen. Experten rechneten damit, dass die Stahlkonstruktionen kontrolliert in sich zusammensacken und auf das Spielfeld fallen.

Die Lautstärke sollte deutlich hörbar sein – vergleichbar mit einem lauten Feuerwerkskörper oder einem Donnerschlag. Auch ein Feuerwerker warnte kurz vor der Sprengung, dass es sehr laut werden könnte. Und das gleich zweimal: Vor der eigentlichen Sprengung sollten mit einem Knall Vögel und andere Tiere verscheucht werden.

