Ein gewaltiger Knall, eine riesige Staubwolke und dann Stille. Im ehemaligen Tagebau Jänschwalde ist die legendäre Förderbrücke F60 am Donnerstagvormittag gesprengt worden. Innerhalb weniger Sekunden brach das über 500 Meter lange Stahlmonster in sich zusammen. Tausende Menschen verfolgten das spektakuläre Ende eines Industrie-Giganten per Livestream im Internet. Mit dem Einsturz endet ein wichtiges Kapitel der Lausitzer Bergbaugeschichte.
Förderbrücke F60 in Jänschwalde kontrolliert gesprengt
Schon Minuten vor der Sprengung lag Spannung in der Luft. Dann ein dumpfer Knall und die Förderbrücke F60 sackte kontrolliert zusammen. Eine riesige Staubwolke legte sich über das Gelände. Was jahrzehntelang die Landschaft geprägt hatte, war plötzlich nur noch ein Trümmerfeld. Hier sehen Sie die Sprengung im Video:
Über mehr als 45 Jahre hinweg war die Förderbrücke das Herz des Tagebaus. Die F60 hatte rund 3,5 Milliarden Kubikmeter Erde bewegt und damit Millionen Tonnen Braunkohle freigelegt. Für viele Beschäftigte war sie nicht nur ein Arbeitsgerät, sondern Teil ihres Lebens.
So lief die Vorbereitung der Sprengung ab
Die Aktion galt als technisch extrem anspruchsvoll. Eine Förderbrücke dieser Größe ist in Deutschland noch nie zuvor gesprengt worden. Wochenlang hatten Experten den Einsturz vorbereitet, Sprengladungen millimetergenau platziert und Sicherheitszonen eingerichtet. Das gesamte Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Verantwortlich war der Energiekonzern Leag, der von einer der aufwendigsten Sprengungen in der Region sprach.

Mit dem Verschwinden der F60 wird der Wandel der Lausitz nun auch optisch deutlich. Der Tagebau Jänschwalde war bereits seit Ende 2023 stillgelegt. Jetzt verschwindet auch sein bekanntestes Wahrzeichen. Auf den ehemaligen Abbauflächen sollen in den kommenden Jahren Seen entstehen, dazu große Wind- und Solaranlagen. Die Region richtet sich zunehmend auf erneuerbare Energien aus.


