50 Jahre wird BAP. Deutschlands legendärste Mundart-Rockband, die große Säle und große Stadien füllt. Aber auch BAP-Gründer Wolfgang Niedecken (75) hat einmal klein angefangen. Vor knapp 60 Jahren rockte er sein erstes „Open-Air-Konzert“. Nein, nicht in seiner Heimatstadt Köln, sondern in Berlin am Bahnhof Zoo.
BAP-Chef Niedecken: In Berlin gibt er besondere Konzerte
Die deutsche Hauptstadt ist nicht gerade eine Karnevalshochburg wie Köln. Und doch fühlt sich ein Rheinländer wie Wolfgang Niedecken sauwohl in Berlin. Er ist oft in der Stadt, weil hier seine beiden Töchter und die Enkel wohnen.
Wer Glück hat, kann den BAP-Frontmann auch im „Café Eckstein“ im Prenzlauer Berg treffen. 1995 nahm er hier zusammen mit Bruce Springsteen das Musikvideo zu „Hungry Heart“ auf, eine aufgefrischte Version des Songs vom Boss.

Mit Weltstars auf einer Bühne zu stehen, davon konnte Wolfgang Niedecken als 15-Jähriger nur träumen. Dabei war er damals schon musikalisch richtig aktiv.
Als Beweis zeigt uns Wolfgang Niedecken ein Foto, das er nach einigem Suchen in seinem Archiv fand. Auf dem Bild sind sieben junge Männer. Zwei von ihnen spielen Gitarre.

„Der junge Mann, der ganz rechts auf dem Foto sitzend zu sehen ist, das bin ich“, sagt Wolfgang Niedecken. „Da waren wir 1968 auf Klassenfahrt in West-Berlin. Am Bahnhof Zoo, an der Seite, wo es zum Zoo und zu dem Bikini-Haus geht, haben wir uns auf ein Betonmäuerchen gesetzt und losgespielt.“
Es waren wohl Songs von Bob Dylan oder Josef Degenhardt. „Am Ende eines jeden Songs ging jemand mit einem Hut herum, um Geld bei den Passanten einzusammeln. Wir haben so lange gespielt, bis wir einen Kasten Bier zusammen hatten“, sagt Wolfgang Niedecken.
Wie lange sie damals gespielt hatten, um einen Kasten Bier zusammenzubekommen, das weiß er nicht. „Aber ich glaube, wenn wir dort heute auftreten würden, hätten wir den Kasten Bier recht schnell zusammen.“
Wolfgang Niedecken und Berlin: Auch mit BAP hatte er im Westteil der Stadt großen Erfolg. „1980 hatten wir unseren ersten Berlin-Auftritt im ,Quasimodo‘ an der Kantstraße in Charlottenburg“, erinnert er sich. „Der Laden war rappelvoll. Ich erinnere mich noch, wie das Kondenswasser von den Fenstern lief. Wir haben abgerockt, als wären wir eine Punkband.“
Niedecken will in Berlin BAP-Hit auf Hochdeutsch singen
Rappelvoll wird es garantiert, wenn BAP am 8. Dezember 2026 ihren 50. Band-Geburtstag mit einem Konzert in der Uber Arena feiern. Für die Jubiläumstour plant Wolfgang Niedecken etwas ganz Besonderes.
Nicht alle Songs sollen nur auf Kölsch gesungen werden. „Ich habe die Idee, unseren Song ,Kristallnaach‘ erstmals mit BAP auf Hochdeutsch zu singen.“
Das Lied entstand 1982 und setzt sich kritisch mit Gewalt, Rassismus und sozialen Missständen auseinander. Mit den Toten Hosen hat Niedecken diesen Song bereits auf Hochdeutsch eingespielt.
Die Entscheidung, ihn auf Hochdeutsch statt Kölsch zu singen, traf man, um die politische Botschaft des Textes zu unterstreichen. „Momentan ist es eines der wichtigsten BAP-Stücke. Darum möchte ich es auch erneut auf Hochdeutsch singen, weil es mir wichtig ist, dass jeder es auch genau versteht.“



