In rund drei Wochen ist es so weit: Am 11. Juni ist Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Dieses Mal wird die WM in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden. Nicht gerade optimal für die deutschen Zuschauer, die mit sechs bis neun Stunden Zeitverschiebung zurechtkommen müssen – bei Anstoßzeiten oft mitten in der Nacht. Auch aus diesem Grund hatte kaum einer mit der traditionellen Fanmeile am Brandenburger Tor gerechnet. Warum die Absage des Events kurz vor WM-Start jetzt trotzdem für Verwirrung sorgt.
Die Posse um die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor
Noch vor wenigen Tagen klang es auf dem offiziellen Hauptstadtportal Berlin.de so, als würden sich auch zu dieser WM wieder Hunderttausende Fußballfans auf der Straße des 17. Juni versammeln.

„Auf der Fanmeile werden insgesamt fünf Großleinwände platziert, auf welchen sich die Spiele verfolgen lassen. Die Hauptleinwand befindet sich direkt vor dem Brandenburger Tor, vier weitere Großleinwände stehen entlang der Straße des 17. Juni. Die Fanzone verfügt über vier Ein- und Ausgänge“, hieß es hier. „Die Fanmeile in Berlin ist die größte Fanmeile in Deutschland.“
Am gestrigen Sonntag (17. Mai) tauchte dann plötzlich folgende Meldung auf: „Korrektur: Keine Fanmeile vor dem Brandenburger Tor“. Klingt ganz so, als wäre etwas geplant gewesen – und wäre kurzfristig abgesagt worden, oder? Das ist aber kurioserweise gar nicht der Fall.
Die Absage war eine Fehlmeldung
Wie Sprecherin Petra Nelken von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt auf KURIER-Anfrage bestätigt, hat es nie auch nur einen einzigen Antrag „auf die Durchführung einer Fanmeile“ gegeben.
Auch Sprecher Thomas Beck von der Berliner Senatskanzlei sagt uns: „Für eine Fanmeile zur WM 2026 hat sich kein Veranstalter gemeldet, sie war also nie geplant.“ Aber wieso dann die Korrekturmeldung auf dem Hauptstadtportal? Ganz einfach: Hier hat jemand geschlafen! „Die frühere Meldung auf Berlin.de war leider eine Fehlmeldung“, so Beck gegenüber dem KURIER.

Nun steht also fest, was eigentlich schon lange klar war: keine Fanmeile vor dem Brandenburger Tor. Denn wer hat schon Lust, ein teures Großevent zu veranstalten, zu dem kaum jemand kommen wird? Denn um 3 Uhr morgens an einem Sonntag kommt man selbst in Berlin schlecht nach Hause.
Keine XL-Fanmeile: Die Berliner Polizei jubelt
Wer sich darüber freut, dass es zu dieser WM mal keine XL-Fanmeile in Berlin-Tiergarten gibt? Unsere Polizei. Gewerkschaftssprecher (GdP) Benjamin Jendro betont auf Anfrage gegenüber dem KURIER: „Mit Blick auf die tagtäglichen Aufgaben und die ohnehin unzureichende Personalausstattung sind wir nicht unglücklich darüber, dass es keine große Fanmeile am Brandenburger Tor gibt.“

Jendro lenkt jedoch ein: „Da es aber an mehreren anderen Orten Public Viewing geben wird, rechnen wir dennoch mit zusätzlichem Aufwand. In erster Linie sind die Veranstalter in der Pflicht, die Sicherheit über Sicherheitsdienste zu gewährleisten.“ Abschließend erklärt er: „Die Erfahrungen zeigen, dass da aber immer auch Polizeieinsätze daraus resultieren.“
Wo es trotzdem Public Viewing in Berlin gibt
Wie der GdP-Sprecher bereits erwähnt hat, wird es tatsächlich trotz der schlechten zeitlichen Bedingungen ein paar Public-Viewing-Angebote in Berlin geben. Unter anderem das Brlo Brwhouse lädt zu „Fußball schauen am Gleisi“ zur WM 2026 ein.
Auch im Naumanns Biergarten in Schöneberg wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gezeigt. Außerdem zeigt das Maaya auf dem RAW-Gelände ausgewählte Spiele. Interessiert? Die ganze Liste der Angebote finden Sie hier.



