Ein Viertel des Berliner Landeshaushalts fließt in die Bezirke: rund zehn Milliarden Euro. Wie sie am Ende damit umgehen, fällt ganz unterschiedlich aus. Steglitz-Zehlendorf gilt beispielsweise als gut betuchter Bezirk, befindet sich aber überraschenderweise im Minus! Ein Ost-Bezirk wiederum konnte große Rücklagen aufbauen. Hier kommt ein Überblick über die Finanzlage aller Bezirke der Hauptstadt.
Fünf Bezirke sorgen für fast 50 Millionen Schulden
„Die Berliner Bezirke sind finanziell solide aufgestellt“: Zu diesem Ergebnis kommt der von der Senatsverwaltung für Finanzen veröffentlichte Jahresabschluss für 2025. So haben sieben Bezirke nach dem Jahresabschluss für 2025 einen Überschuss erzielt: Das positive Jahresergebnis beträgt insgesamt knapp 74 Millionen Euro.

Das große Aber: Fünf Bezirke wiederum haben mit einem Defizit abgeschlossen, in Summe etwas mehr als 48,1 Millionen Euro Schulden. Der saldierte Überschuss der Berliner Bezirke beträgt insgesamt also rund 25,9 Millionen Euro.
Diese Berliner Bezirke liegen im Minus
Wie haben die einzelnen Bezirke gewirtschaftet? Sehr unterschiedlich. Besonders schlecht abgeschnitten hat Friedrichshain-Kreuzberg: mit einem Minus von rund 15 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Auch Pankow (-14,6 Millionen) und Steglitz-Zehlendorf (-12,1 Millionen) haben mehr ausgegeben als im jeweiligen Haushaltsplan vorgesehen.
Marzahn-Hellersdorf verzeichnet ein Minus von 4,68 Millionen Euro und Mitte hat 1,87 Millionen Euro zu viel ausgegeben.
Diese Bezirke haben Plus gemacht
Besonders gut gewirtschaftet hat Lichtenberg im vergangenen Jahr mit einem beeindruckenden Plus von 17,06 Millionen Euro. Auch Charlottenburg-Wilmersdorf (plus 13,09 Millionen Euro) und Spandau (plus 12,67 Millionen Euro) sind 2025 verantwortungsvoll mit ihrem Taschengeld umgegangen.

Reinickendorf freut sich über ein Plus von 11,6 Millionen und Tempelhof-Schöneberg über ein Plus von 10,85 Millionen Euro. Neukölln hat noch ein Depot von 5,14 Millionen Euro und Treptow-Köpenick hat 3,57 Millionen Euro angespart.
Warum stecken manche Bezirke so tief im Minus?
Zur Erklärung: Die Bezirke stellen mit diesem Geld eigene Haushalte auf. Da ein Großteil der Ausgaben gesetzlich vorgeschrieben ist, ist der finanzielle Steuerungsbedarf begrenzt. Möglichkeiten ergeben sich insbesondere bei Personal- und Investitionsausgaben.
- Sozialausgaben (z. B. Hilfen zur Erziehung)
- Jugendhilfe
- Unterkunftskosten
- Bewirtschaftung eigener Immobilien
- Pflichtaufgaben im Ordnungs-, Gesundheits- und Sozialbereich

Diese Bereiche lassen sich kaum steuern. Wenn der Bedarf steigt, steigen automatisch auch die Ausgaben – egal, ob der Bezirk sparen möchte oder nicht.
Das große Defizit in Friedrichshain-Kreuzberg ist laut Senatsfinanzverwaltung hauptsächlich auf Mehrausgaben bei den Hilfen zur Erziehung sowie die Bewirtschaftung der eigenen Immobilien zurückzuführen. Zudem habe der Bezirk weniger Einnahmen erzielt als geplant.




