Die nächste Berliner Brücke macht die Grätsche. Die Dunkerbrücke in Berlin-Prenzlauer Berg ist so marode, dass sie jetzt ganz schnell voll gesperrt und abgerissen werden muss.
Problembrücke wird ab dem 1. April voll gesperrt
Dass die Dunckerbrücke eine Problembrücke ist, ist schon länger bekannt. Erst im Dezember wurde Bauwerk mit Leitplanken eingeengt, damit nicht mehr als ein Auto gleichzeitig die Brücke queren kann, ein Parken am Straßenrand unmöglich wurde. Begründung damals: Brückenschäden.
„Das Bauwerk zeigt im Zusammenhang mit der letzten Bauwerksprüfung eine geringfügige Zunahme der bestehenden Rissbildung in den Fertigteilen im Bereich der Parkstreifen“, sagte damals ein Sprecher der Verkehrsverwaltung zur B.Z.
Doch diese Verkehrseinschränkungen reichen anscheinend nicht mehr aus, um die Sicherheit der Brücke, die über S-Bahn- und Fernbahngleise führt, zu gewährleisten. Überraschend kam am Abend die Anordnung zur Vollsperrung ab dem 1. April. Die Dunckerstraße wird dafür zwischen Ahlbecker und Kanzowstraße dicht gemacht.
Die Brücke „weist erhebliche Schäden aus spannungsriss-korrosionsgefährdeten Spannbetonfertigteilen an der Tragkonstruktion auf“, heißt es aus der Verkehrsverwaltung.
Gleicher Spannbeton wie die eingestürzte Carolabrücke in Dresden
Das Fertigteilbrücke vom Typ BT 70 stammt aus dem Jahr 1976 – gebaut aus Hennigsdorfer Spannbeton. Genau aus dem Material also, aus dem auch die eingestürzte Carolabrücke in Dresden war. Und das macht Experten nervös.
Bei dieser Bauweise droht sogenannte Spannungsrisskorrosion. Heißt: Wenn Spannung und Rost zusammenkommen, können plötzlich Risse entstehen. Ohne Vorwarnung. Im schlimmsten Fall endet das wie in Dresden – mit einem Einsturz. Auch an der Wuhlheide in Berlin-Köpenick musste deshalb im vergangenen Jahr eine Brücke abgerissen werden.

Zunächst müssen alle Leitungen aus dem Brückenbauwerk entfernt werden, danach beginnen Rückbauarbeiten. Die anliegenden Schulen (Heinrich-Schliemann-Oberschule und Käthe-Kollwitz-Gymnasium) sollen weiter erreichbar sein. Aber: Während des Rück- und Neubaus verlängert sich viele Schüler der Schulweg. Denn viele wohnen auf jeweils der anderen Brückenseite.
Was viele Anwohner ärgert: die veranschlagte, enorm lange Bauzeit. Die Brücke ist gerade mal 30 Meter lang. Doch der Neubau wird erst im dritten Quartal 2028 fertig sein. Immerhin: Fußgänger und Radfahrer sollen die neue Brücke bereits im 3. Quartal 2027 wieder nutzen können. Sobald der Rohbau steht, heißt es.


