Viele Berlinerinnen und Berliner müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen: Der nächste BVG-Streik steht bevor – und dieses Mal wird er ganze 48 Stunden dauern.
BVG streikt ab Freitag in Berlin
Die Gewerkschaft Verdi ruft rund 16.000 Beschäftigte des Landesunternehmens dazu auf, am Freitag und Samstag die Arbeit niederzulegen. Der Warnstreik, der zweite in diesem Tarifkonflikt, soll am 27. Februar um drei Uhr früh beginnen und erst am 1. März gegen drei Uhr morgens enden.

Dass eine erneute Arbeitsniederlegung droht, überrascht kaum. Schon während der dritten Verhandlungsrunde am 18. Februar deutete sich an, dass keine Einigung in Sicht ist. Bereits der erste Gesprächstermin am 13. Januar war festgefahren, und auch ein weiteres Treffen am vergangenen Montag brachte keinerlei Fortschritte.
Fronten verhärtet: Verhandlungen ohne Richtung
Laut Arbeitgeberseite hat Verdi einen übervollen Forderungskatalog vorgelegt: 17 Punkte insgesamt, davon neun zusätzliche aus dem Januar. Die BVG fordert deshalb seit Wochen eine klare Priorisierung, um überhaupt strukturiert verhandeln zu können. Doch bislang ohne Ergebnis.
Die Gewerkschaft dagegen beharrt auf ihren Kernforderungen: 33 Tage Urlaub, doppeltes Urlaubsgeld, elfstündige Ruhezeiten zwischen den Schichten, maximale Schichtlängen von zwölf Stunden (bei geteilten Diensten bis zu 14 Stunden) und mehrere Verbesserungen im Arbeitsalltag. Auch die Arbeitszeit soll sinken – von 37,5 auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. Zusätzlich verlangt Verdi eine Mindestwendezeit von sechs Minuten an den Endhaltestellen für die Fahrerinnen und Fahrer.

Der Konflikt dreht sich damit fast vollständig um Arbeitsbedingungen. Es geht nicht um Gehaltserhöhungen, dieses Thema wurde bereits im Frühjahr 2025 nach fünf Warnstreiks und einer Schlichtung abgeschlossen. Damals stiegen die Löhne teils um 20 Prozent, was die BVG jährlich rund 140 Millionen Euro zusätzlich kostet. Nun stehen neue Strukturfragen im Mittelpunkt, und die Positionen könnten kaum weiter auseinanderliegen.
BVG kritisiert Streik als „unverhältnismäßig“
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verurteilen den angekündigten Verdi-Streik gegen das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit massiven Auswirkungen auf die Fahrgäste als „völlig unverhältnismäßige Eskalation“. Die Verhandlungen in Berlin würden im vereinbarten Zeitplan liegen. „Und trotzdem eskaliert Verdi Berlin, um einer bundesweiten Verdi-Dramaturgie zu folgen, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.“

Die BVG habe in der letzten Verhandlungsrunde angekündigt, ein auf die wichtigsten Themen priorisiertes Angebot für mehr Entlastung der Mitarbeitenden vorzulegen. „Eine Rückmeldung zu den Verdi-Schwerpunkten steht weiterhin aus.“ Bis heute verharre die Gewerkschaft auf ihren nicht finanzierbaren Maximalforderungen.
Das derzeitige Forderungspaket der Manteltarifrunde summiere sich mittlerweile auf über 150 Millionen Euro jährlich – plus eines Investitionsbedarfs von 200 bis 300 Millionen Euro für notwendige, neue Fahrzeuge. „Das sprengt, wie mehrfach dargelegt, deutlich jeglichen wirtschaftlichen Rahmen und die Möglichkeiten des Landesunternehmens“, so die BVG. „Zumal bereits im vergangenen Jahr bis zu 20 Prozent mehr Gehalt für Mitarbeitende beschlossen wurde.“




