Die Stammgäste des Großbordells Artemis in Berlin-West hatten sich schon Sorgen gemacht. Pläne für einen neuen Wolkenkratzer direkt an der A100 hätten das FKK-Spa vertrieben, es hätte an einem Standort öffnen, vielleicht sogar den Betrieb einstellen müssen. Doch nun ist die Zukunft des Kultpuffs vorerst wieder gesichert.
Hochhaus-Pläne an der A100 abgelehnt
Das Bordell wird bleiben, denn die Berliner Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt lehnt das geplante 200-Meter-Hochhaus am Westkreuz ab. Der von den Artemis-Betreibern vorgeschlagene „Messe-Tower“ auf dem Grundstück an der Halenseestraße passe nicht zu den städtebaulichen Plänen für den „Stadteingang West“, wie sie im Baukollegium deutlich machte.
„Wir haben uns ganz bewusst gegen diese Solitärstrategie eines so hohen Hauses entschieden“, sagt Kahlfeldt. Die Büros Max Dudler und CF Möller präsentierten einen Wolkenkratzer-Entwurf mit einer Höhe zwischen 176 und 224 Metern, deutlich über dem Funkturm.

Im Sockelbereich war eine öffentliche Verbindung zum Bahnhof Westkreuz vorgesehen. Doch das Baukollegium sieht in einem Einzelhochhaus dieser Dimension keine passende Lösung für das Gebiet zwischen Westkreuz und Bahnhof Grunewald. Wie die Pläne für den Stadteingang West stattdessen aussehen sollen, werde der Berliner Senat in den nächsten Wochen in einem Rahmenplan beschließen.
Das Artemis gibt es schon seit über 20 Jahren
Mit einer Schließung des Artemis würde eine fast schon kultige Institution aus Berlin verschwinden. Der Puff wurde im September 2005 eröffnet, er existiert somit seit über 20 Jahren. Es handelt sich um eines der größten Bordelle in Deutschland, das von den Brüdern Hakki und Kenan Şimşek als sogenanntes „Wellness-Bordell“ in einem ehemaligen Elektroniklager in Charlottenburg etabliert wurde.


