Charlottenburg-Wilmersdorf

Hier fallen 35 Bäume für eine neue Stromtrasse

Ein notwendiges Übel? Für eine bessere Stromversorgung werden im Westen der Hauptstadt jetzt etliche Bäume geschlachtet.

Author - Sharone Treskow
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(Symbolbild) Nahe S-Bahnhof Jungfernheide fällt das Stromnetz Berlin einige Bäume.
(Symbolbild) Nahe S-Bahnhof Jungfernheide fällt das Stromnetz Berlin einige Bäume.Jürgen Heinrich / Imago

Es ist ein polarisierendes Thema in Berlin. Eigentlich wollen und brauchen wir mehr Bäume im Stadtbild. Trotzdem werden die sanften Riesen immer wieder für Bauprojekte gefällt, um beispielsweise mehr Wohnraum zu generieren. Auch in diesem Fall müssen wieder einige Bäume weichen, um den Berlinern das Leben angenehmer zu gestalten. Aber ist das in Ordnung?

Stromnetz Berlin fällt 35 Bäume

Für den Bau einer neuen Kabeltrasse von Stromnetz Berlin werden in der Nähe des S-Bahnhofs Jungfernheide sowie entlang des Tegeler Wegs in Charlottenburg-Wilmersdorf in den kommenden Tagen insgesamt 35 Bäume gefällt, wie das Unternehmen selbst berichtet.

„Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und werden bis Ende Februar abgeschlossen sein“, versichert Stromnetz Berlin. Man habe für die erforderlichen Baumfällungen bereits eine „gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichszahlung“ geleistet.

Stromnetz Berlin will hier die „Resilienz des Stromnetzes“ in der Region erhöhen.
Stromnetz Berlin will hier die „Resilienz des Stromnetzes“ in der Region erhöhen.Sabine Gudath / Imago

Mit dem Bau der Kabeltrasse erhöhe das Unternehmen die „Resilienz des Stromnetzes“ in der Region: „Die neue Leitung schafft zusätzliche Redundanzen und erhöht damit die Versorgungssicherheit.“

Hat Stromnetz Berlin wirklich keine Wahl?

Gab es wirklich keine andere Möglichkeit, als die 35 Bäume zu fällen? „Im Vorfeld wurden umfangreiche Prüfungen für mögliche Alternativtrassen durchgeführt“, betont Stromnetz Berlin.

„Aufgrund der hohen Dichte bestehender Versorgungsleitungen im Untergrund – darunter Gas-, Wasser-, Fernwärme- und Telekommunikationsinfrastruktur – stand jedoch kein geeigneter Ausweichkorridor zur Verfügung.“

Der Tegeler Weg in Berlin. Hier müssen auch einige Bäume weichen.
Der Tegeler Weg in Berlin. Hier müssen auch einige Bäume weichen.Jürgen Ritter/Imago

Wichtig für Anwohner in Charlottenburg-Wilmersdorf: Während der Arbeiten kann es zu kurzzeitigen Verkehrsbeeinträchtigungen auf dem Tegeler Weg kommen.

Berlin braucht keine Stromausfälle mehr

Wenn man den Umweltaspekt mal kurz ausblendet – immerhin hat Stromnetz Berlin hier eine Ausgleichszahlung geleistet – ist es für viele Berliner wohl auch beruhigend zu hören, dass das Stromnetz jetzt widerstandsfähiger wird.

Immerhin hat es zuletzt neben dem großen Blackout Anfang des Jahres wieder einige Stromausfälle in Berlin gegeben. Allein am vergangenen Wochenende in Mitte, Wedding und Neu-Hohenschönhausen.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Finden Sie es in Ordnung, dass dafür Bäume gefällt werden? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.