Na, haben Sie schon Angst vor der nächsten Hitzewelle? Nein? Sollten Sie aber! Zumindest, wenn Sie im Südwesten Deutschlands wohnen, sollten Sie schonmal die Schweißbänder und den Ventilator rausholen. Denn die neuen Prognosen schocken alle Sommer-Hasser: Mehr als zehn Hitzetage am Stück könnte es laut Meteorologe Dominik jung jetzt geben. Zehn! Denn der Heat Dome, der sich über Europa legt, hat jetzt offenbar doch nochmal Lust, uns alle fertigzumachen. Hier sind die aktuellen Prognosen für die kommenden Tage.
Zieht der Heat Dome weiter nach Deutschland?
„Nach der Hitzewelle ist vor der nächsten Hitzewelle“, sagt Dominik Jung. Der Wetter-Experte nimmt es offensichtlich mit Humor, doch den Menschen im Südwesten Deutschlands könnte das Lachen schnell vergehen. „Der Südwesten bekommt jetzt wahrscheinlich bis zu zehn Hitzetage am Stück, also zehn Tage hintereinander mit mindestens 30 Grad und darüber, vielleicht sogar 40 Grad.“
Der Grund: Die Hitzekuppel über Frankreich kippt immer mehr in Richtung Deutschland, die warmen Luftmassen dürften in ein paar Tagen auch hierzulande für viel Schweiß sorgen.
Am Freitag ist die Hitze vollends in Westeuropa angekommen, in London sollen es bis zu 35 Grad werden. Dazu sorgt Hochdruckgebiet Klaus für reichlich Sonnenschein. Die Folge: Hochsommerliches Wetter auch in Deutschland! „Die Temperaturen erreichen 25 bis 36 Grad“, sagt Jung. Die wärmsten Werte werden am Oberrhein gemessen, im Nordosten bleibt es etwas milder.
Am Wochenende dann ebenfalls Hochsommerwetter mit 27 Grad an der Ostseeküste, bis zu 37 Grad am Oberrhein. Dominik Jung warnt: „Dazu gibt es viel Sonnenschein. Der UV-Index erreicht hohe Werte“, sagt er. Sonnenschutz ist also genauso wichtig wie Vorsicht im Wald, denn auch die Waldbrandwarnstufe steigt in einigen Regionen Deutschlands an.

Auch an den kommenden Tagen gibt es dann keine Entspannung. Zwischen 24 und 37 Grad werden es je nach Region am Sonntag, der Montag startet dann mit 25 bis 38 Grad. Wieder ist der Südwesten am härtesten dran. Dienstag dann wieder ein Tag der Extreme: Bis zu 40 Grad könnten im Südwesten des Landes erreicht werden.
Wie heiß es wirklich wird, hängt laut Dominik Jung auch davon ab, wie stark die Hitze aus Spanien und Frankreich nach Deutschland rückt. „Am Abend kann es hier und da mal ein kurzes Gewitter geben, es ist aber alles sehr unsicher.“
Mittwoch sollen wieder die 41 Grad erreicht werden
Am Mittwoch könnten im Südwesten des Landes sogar 41 Grad erreicht werden, bis zu 31 Grad sollen es dann auch in Berlin werden. „Es ist überall wirklich sehr heiß und drückend schwül.“ Die Gewittergefahr steigt im Laufe des Tages in vielen Regionen an.
Und es wird nicht besser: Am Donnerstag ächzt der Südwesten des Landes bei immerhin 39 Grad, Berlin bekommt 33 Grad ab. „Wie es danach weitergeht, ist noch völlig offen“, sagt Jung. Es sieht aber aktuell nicht so aus, als würde sich die Hitze ganz plötzlich wieder verabschieden. Der Heat Dome hat uns voll im Griff.
Wie wird der restliche Sommer? Schon jetzt blicken viele mit Angst auf den August. Und es sieht nicht gut aus: Nach dem sehr warmen Juli soll auch der letzte Sommermonat wärmer ausfallen als das langjährige Klimamittel. „Vor allem im süddeutschen Raum und in der Landesmitte“ könne es sehr warm werden. Aber auch der Norden hat mit 0,5 bis 2 Grad über dem Klimamittel sein Päckchen zu tragen.
Sommer könnte es in die Top 5 aller Zeiten schaffen
Dazu könnte es laut der Niederschlagsprognose richtig trocken werden – trockener als es laut der Daten aus den Jahren 1991 bis 2020 zu erwarten wäre. „Unterm Strich scheint uns ein sehr trockener, ein sehr warmer und vielleicht auch ein sehr heißer Sommer bevorzustehen“, sagt Jung. Vielleicht schafft es der Sommer sogar in die Top 5 der wärmsten Sommer aller Zeiten.


