Mit Angst blicken viele Tierfreunde noch immer in Richtung Ostsee: Buckelwal Hartwin ist nach seiner wochenlangen Reise noch immer hier unterwegs – und wurde am vergangenen Wochenende sogar zum ersten Mal in Deutschland gesichtet. Doch nun könnte es im Fall des Wals die unerwartete Wende geben: Gibt es für Hartwin plötzlich doch wieder Hoffnung? Mehrere Sichtungen zeigen, dass der Wal schon wieder in Richtung Nordsee unterwegs sein könnte. Schafft es Hartwin von selbst in die Freiheit?
Wal Hartwin wurde schon in einigen Ländern beobachtet
Auf seiner Reise hat der riesige Buckelwal Hartwin – er ist laut Angaben von Tierschützern sogar zwei Meter länger als Wal Timmy Hope, der Deutschland vor Wochen in Atem hielt – schon die Gewässer verschiedener Länder durchquert.
Er wurde vor den Küsten der Niederlande gesehen, vor Belgien, Dänemark, England und Schottland. Erst am Mittwoch kam die Meldung, vor der sich viele Wal-Fans gefürchtet hatten: Hartwin wurde zum ersten Mal in deutschen Gewässern gesichtet.
Doch nun deutet sich eine Wende an. Plötzlich gibt es wieder mehrere Meldungen des Wals aus Aarhus! Am Donnerstag wurde das Tier dort unter anderem in der Nähe einer beliebten Badestelle gesichtet. Die Frage lautet nun: Hat es Hartwin innerhalb von fünf Tagen wieder von der Ostsee-Halbinsel Holnis bis nach Aarhus geschafft – oder war die Sichtung in Deutschland falsch? Das ist aktuell unklar. In Aarhus zeigen Videoaufnahmen deutlich einen Wal mit auffälligem weißem Rücken – es würde zu den Bildern passen, die es bisher von Wal Hartwin gibt.

Mehrere Bürger haben beobachtet, wie der Wal direkt in der Nähe des Ufers schwamm, berichtete der TV-Sender „TV 2“. Ein Arbeiter im Hafen von Aarhus filmte das Tier mit dem Handy. „Ich arbeite seit 19 Jahren im Hafen und habe noch nie einen Wal gesehen“, sagte er dem Fernsehsender. „Ich habe schon Schweinswale und Seehunde gesehen, aber das war absolut verrückt. Jetzt hat man endlich mal was, worüber man reden kann, das ist aufregend.“
Allerdings stellte er auch fest, dass mit dem Wal etwas nicht stimmt. Zwischendurch habe er still da gelegen, sich auch mal 15 bis 20 Minuten nicht bewegt. „Er sieht ein bisschen krank aus“, sagte der Mann.
Kranker Wal Hartwin könnte flaches Gewässer suchen
Das würde zu den Aussagen von Experten passen: Schon vor Wochen hatte Meeresbiologe Heiko Buch-Illing erklärt, dass Wale flache Gewässer suchen, um nicht zu ertrinken. Wenn die Kraft der Tiere beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen schwindet und sie sich nicht zum Atmen nahe der Oberfläche halten können, ertrinken sie. Der Experte zweifelte daran, dass Hartwin es rechtzeitig in flache Gewässer schaffen würde. „Da gibt’s keine Chance. Er wird sterben“, sagte er.

Hat Hartwin bei Aarhus nun eine Möglichkeit zum Ausruhen gefunden? Die Sichtungen bedeuten noch etwas anderes: War Hartwin schon in Deutschland, ist er aus eigener Kraft wieder in Richtung Dänemark geschwommen. War er nicht in Deutschland, muss er sich die ganze Zeit dort aufgehalten haben.
Schafft es Hartwin von allein in die Nordsee?
Beides gibt Fans des Wals Hoffnung, dass es Hartwin aus eigener Kraft wieder zurück in die Nordsee schafft. „Offensichtlich bewegt er sich Richtung Norwegen, was durchaus positiv zu bewerten ist“, schreibt ein Nutzer in einer Facebook-Gruppe zu Buckelwal Hartwin. Eine Nutzerin kommentiert: „Ja, das stimmt. Ich hoffe, dass es so bleibt.“ Und einer kommentiert einfach nur: „Go North, Hartwin!“ („Hartwin, schwimm nach Norden!“).
Noch am Mittwoch hatten die Tierschützer der Organisation „Stranded No More“ gemeldet, dass Hartwin erstmals in Deutschland gesichtet wurde. „Er wurde am Sonntagnachmittag, dem 5. Juli, vor Holnis gesichtet“, hieß es dort. „Diese Sichtung liegt etwa 5 bis 6 km von Egernsundbroen entfernt, der Sichtung von früher am selben Tag.
Vielleicht ist Hartwin ein ganz besonderer Buckelwal
Das bedeutet, dass er sich jetzt in deutschen Gewässern befindet und nur noch tiefer in die Ostsee vordringen wird.“ Sobald Wale so tief in die Ostsee vordringen, schaffen sie es aus eigener Kraft nicht wieder heraus, hieß es dort. Vielleicht ist Hartwin aber auch ein ganz besonderer Wal – ein Meeres-Gigant, der alle überrascht.


