Es könnte krass werden

Wochenlang 40 Grad: Bringt der Siebenschläfer jetzt die Hitzewelle?

Deutschland steht vor einer massiven Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Experten warnen: Die extreme Hitze könnte über Wochen bleiben.

Author - Florian Thalmann
Teilen
Dominik Jung warnt vor der Hitze: Die aktuelle Welle mit heftigen Temperaturen könnte uns eine ganze Weile begleiten.
Dominik Jung warnt vor der Hitze: Die aktuelle Welle mit heftigen Temperaturen könnte uns eine ganze Weile begleiten.wetter.net/Youtube

Haben Sie die ersten Ausläufer der Hitze, die auf uns zukommt, am Mittwoch auch schon zu spüren bekommen? Tatsächlich wurde es nach mehreren kühlen Tagen am Mittwoch schon merklich wärmer. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Im Gegenteil: Es wird jetzt richtig heiß. Und die schlechte Nachricht des Tages lautet: Die Hitze könnte sogar über mehrere Wochen bleiben! Wetter-Experte Dominik Jung warnt jetzt schon vor einer Hitzewelle, wie wir sie lange nicht erlebt haben - dafür könnte auch der Siebenschläfer sorgen.

Kommenden Tage werden „heiße Angelegenheit“

„Das könnte für den einen oder anderen eine sehr heiße Angelegenheit werden in den nächsten fünf, zehn oder sogar fünfzehn Tagen“, sagt der Meteorologe zu Beginn seines aktuellen Wetterberichts.

Fünfzehn Tage? Wer glaubt, er hätte sich verhört, wird direkt eines Besseren belehrt. „Vierzehn oder fünfzehn Tage am Stück mit 30 Grad und mehr, das sind aktuell die Berechnungen“, sagt Jung. „Das wäre schon eine ausgewachsene Hitzewelle.“ Das Besondere: Bisher gab es immer Schwankungen, doch dieses Mal liegen die Werte flächendeckend bei 30 Grad.

Schon in der kommenden Nacht bekommen wir es deutlich zu spüren: Die Temperaturen können bei bis zu 18 Grad im Südwesten Deutschlands liegen, 17 Grad in Berlin. Das Phänomen wird uns in den kommenden zwei Wochen häufig begleiten. Vor allem Großstädte heizen sich auf, in der Nacht bleibt es dann tropisch, weil die Werte nicht mehr unter die 20-Grad-Marke fallen. Am Donnerstag kriecht die furchtbare Hitze dann weiter, mehrere Tiefdruckgebiete schaufeln laut Jung die warmen und heißen Luftmassen immer mehr nach Europa.

Wohl dem, der sich im Freibad erfrischen kann: Die kommenden Tage werden in ganz Deutschland richtig heiß!
Wohl dem, der sich im Freibad erfrischen kann: Die kommenden Tage werden in ganz Deutschland richtig heiß!Carsten Koall/dpa

Erreicht werden im Süden Deutschlands schon 36 Grad, im Norden kommen die Menschen mit etwa 23 Grad wesentlich besser weg. „Am Nachmittag kann es dann hier und da einzelne Schauer und Gewitter geben.“ Nach den ersten Hitzetagen entlädt sich das Wetter bereits. Doch es bringt kaum Erleichterung: Am Freitag stehen im Süden Deutschlands 37 Grad auf dem Wetter-Plan, im Norden und um Berlin immerhin 30 bis 33 Grad. Da kommen wir ordentlich ins Schwitzen!

Am Sonntag kühlt sich das Wetter nur leicht ab

„Zum Nachmittag ziehen dann zwischen Nordsee und Schwarzwald einzelne heftige Schauer und Gewitter auf“, sagt Jung. Diese bringen großes Unwetterpotenzial mit sich. Der Osten bekomme davon aber nichts ab. Am Samstag dann drückende Schwüle in ganz Deutschland, 35 Grad um Berlin, 37 Grad im Südwesten Deutschlands.

„Im Tagesverlauf gibt es neue Schauer und Gewitter zum Teil mit Hagel, Starkregen und Sturmböen.“ Am Sonntag kühlt sich das Wetter dann zumindest im Norden und im Osten etwas ab, die Werte fallen auf bis zu 22 bis 23 Grad.

Die Hitze bleibt vermutlich kein kurzes Intermezzo, sondern wird uns über mehrere Wochen begleiten.
Die Hitze bleibt vermutlich kein kurzes Intermezzo, sondern wird uns über mehrere Wochen begleiten.Benjamin Pritzkuleit

Der Süden hat Pech: Dort bleiben die Werte bei 36 Grad. Am Montag dann immerhin 34 bis 35 Grad, während im Norden und um Berlin mit Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad das Wetter fast mild bleibt. Und der Wettertrend setzt sich fort: Auch in den kommenden Tagen drohen heiße Temperaturen mit Werten zwischen 30 und 40 Grad im Süden und stabilen und angenehmen 22 bis 26 Grad im Osten und Nordosten.

Berlin kommt also in der aktuellen Hitzeperiode richtig gut weg. Verschonen wird uns der Sommer aber nicht, denn durch den vielen Beton dürfte die Wärme hier noch etwas stärker wirken als in anderen Regionen auf dem Land.

Wetter extrem: Wochenlange Wüstenhitze in Deutschland

Das Problem: Wir müssen uns wohl oder übel an die Werte gewöhnen, denn die Ensembleprognosen sehen sommerliche Tage auf uns zukommen – und das bis in den Juli hinein. Werden wir jetzt über mehrere Wochen hinweg von der Hitze gequält?

Es ist gut möglich. Besonders bitter: Auch am Siebenschläfertag sieht das Europäische Wettermodell Temperaturen um die 30 Grad – und das flächendeckend! 28 bis 32 Grad wären es rund um Berlin, bis zu 37 Grad im Süden Deutschlands.

Der Siebenschläfertag am 27. Juni ist leider mit einer alten Bauernregel verbunden, nach der das Wetter um diesen Zeitpunkt herum oft maßgeblich dafür ist, wie sich der restliche Sommer entwickelt. Dabei bezieht sich die Regel nicht nur auf den einzelnen Tag, sondern auf einen Zeitraum von etwa einer Woche bis Anfang Juli. So, wie das Wetter an diesem Tag oder in dieser Woche wird, soll es danach sieben Wochen lang werden. Meteorologisch lässt sich das insofern erklären, als sich zu dieser Zeit häufig eine großräumige Wetterlage über Mitteleuropa einstellt, die dann über längere Zeit stabil bleiben kann.

Siebenschläfer: Verrät der Tag, dass die Hitze bleibt?

Erwartet uns also eine sieben Wochen lange Phase mit brutaler Horror-Hitze? Das wird sich zeigen. Eine Garantie gibt es dafür natürlich nicht. Insgesamt gilt der Siebenschläfertag daher als traditionelle Orientierungshilfe, die erstaunlich häufig zutrifft, aber keine exakte Wetterprognose darstellt. In Süddeutschland trifft die Regel allerdings vergleichsweise oft zu, während sie im Norden wegen des stärkeren Atlantikeinflusses weniger zuverlässig ist. Vor allem der Süden könnte also unter der heftigen Hitze auch weiter leiden.

Was halten Sie vom Wetter und den aktuellen Prognosen? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!