Wetterbericht

Erst T-Shirt-Wetter, dann Eiseskälte: Meteorologe warnt vor plötzlicher Eiseskälte

Frühlingswärme dank Hoch „Lukas“ – doch der Meteorologe Dominik Jung warnt vor Wetter-Kapriolen. Ein Kaltlufteinbruch könnte noch mal Schnee und Frost zurückbringen.

Author - Stefan Henseke
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Der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net zeigt den blau eingefärbten Kältekeil, der von Norden kommend ganz Deutschland erfasst und bis nach Norditalien reichen könnte.
Der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net zeigt den blau eingefärbten Kältekeil, der von Norden kommend ganz Deutschland erfasst und bis nach Norditalien reichen könnte.wetter.net/youtube

Als würde sich das Wetter nach Zahlen richten: Am Freitag (21. März) beginnt der kalendarische Frühling – und es wird warm. Frühlingswetter vom Feinsten, dank Hoch „Lukas“! Doch Meteorologe Dominik Jung von wetter.net macht einen auf Spielverderber. Nächste Woche könnte es schon wieder kälter werden, droht er an. „Sogar Schnee ist möglich.“

Erst Vollfrühling, dann Eiseskälte

Heute ist das Hoch „Lukas“ da und bringt uns den „Vollfrühling“ nach Deutschland, wie Dominik Jung sagt. Sehr schön: Diese Wetterlage bleibt mindestens bis zum Wochenende bei uns. Doch dann droht für ein paar Tage wieder die Rückkehr der Eiseskälte.

„Aber um den Spaß etwa zu verderben, schauen wir mal in die nächste Woche rein“, sagt der Meteorologe in seiner neuesten Wetterprognose. Und da zeige das amerikanische GFS-Modell einen neuen Kaltlufteinbruch.

Das sei aber im Grunde typisches Frühlingswetter, sagt er. Dominik Jung erklärt die Wetterlage wie eine Schulhof-Schlägerei. Die Kontrahenten: zum einen kalte Luftmassen, die noch sehr nah an Mitteleuropa kleben, zum anderen sehr milde Luftmassen über Südwest- und Südeuropa. „Und die beiden Luftmassen rangeln jetzt hin und her.“

In der nächsten Woche könnte dann die Eiseskälte einen Volltreffer landen. Auf der Wetterkarte, vor der Dominik Jung steht, sieht man einen tiefblauen Kältekeil, der von Norden her nach Deutschland drückt. Er reicht im Süden bis nach Norditalien, im Westen bis nach Dijon, auch in Westpolen und in Tschechien könnte es noch mal frostig werden.

So wird das Wetter in den nächsten Tagen

Der Mittwoch ist erst einmal ein sehr schöner Vorfrühlingstag. Mit 12 bis 17 Grad, in Berlin bei 13 Grad. Überall Sonne, wenig Wolken. Ähnlich sieht es Donnerstag und Freitag aus. Die Temperaturen bleiben stabil, die Sonne behält die Oberhand. Nur in Sachsen ziehen am Freitag ein paar dunkle Wolken auf.

Am Samstag gibt es dann einen ersten Kälteknick. Es kühlt merklich ab. Nur noch Temperaturen von 6 bis 14 Grad sagt Dominik Jung voraus, in Berlin und Brandenburg werden 11 Grad erwartet. Im Norden und Nordosten gibt es noch viel Sonne, aber im Süden und Südosten drückt Regen rein. Bayern kühlt auf 6 Grad ab.

Nach einem Wärmecomeback am Sonntag (12 bis 15 Grad) dunkelt sich das Wetter am Montag ein. Zwar ist es noch 11 bis 14 Grad warm. Doch Wolken vertreiben die Sonne, es werden sogar Graupelgewitter für den Westen angekündigt.

Kaltlufteinbruch für Dienstag erwartet

„Am Dienstag ist dann der Kaltlufteinbruch da“, erwartet Dominik Jung. Die Winterjacken sind bei nur noch 4 bis maximal 9 Grad wieder gefragt. Bye-bye Sonne, viele Wolken und Regenschauer. In Brandenburg und Sachsen ist sogar Schneeregen möglich.

Jung spricht von typischem Schmuddelwetter. Dichte Wolken, Regen, teilweise Graupelschauer. „Auch mal nasser Schnee bis in mittlere und tiefere Lagen“, wie der Meteorologe ankündigt. „Ansonsten aber völlig normales Wetter, was im März mal passieren kann.“ Nachts kann es frostig werden. Im Süden werden sogar bis zu minus 5 Grad und kälter erwartet.

In der kommenden Woche könnte die Kälte zurückkommen und für heftige Graupelschauer sorgen.
In der kommenden Woche könnte die Kälte zurückkommen und für heftige Graupelschauer sorgen.Gottfried Czepluch/imago

Die Eiseskälte soll aber nur ein kurzes Comeback feiern. Die Temperaturen sollen Ende März schon wieder nach oben gehen. Dominik Jung spricht in einer Wetter-Kolumne im Internet davon, dass auch der April etwas wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen soll. Und der Wonnemonat Mai könnte dann für einen vorgezogenen Sommeranfang sorgen.

Der Meteorologe berichtet von Modellläufen, die einen deutlich zu warmen Mai prognostizieren – mit Sommertagen von über 25 Grad. „Gegen Ende des Monats könnten regional sogar Werte nahe der 30-Grad-Marke erreicht werden“, erklärt Jung. Damit stiege aber auch die Gefahr von kräftigen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und größerem Hagel an.

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