Die Supermarktkette Rewe greift bei ihrer Eigenmarke „ja!“ offenbar tief in die Trickkiste und ließ bei gleich mehreren beliebten Süßigkeiten die Schokolade weg. Aufgefallen ist es nur Kunden mit Argusaugen, denn angekündigt wurde es nicht. Verbraucherschützer warnen vor Verwechslungsgefahr.
Bei Eigenmarke-Keksen spart Rewe an Schokolade
Wer glaubt, bei Rewe Schokolade zu kaufen, sollte nochmal genauer hinsehen. Denn klammheimlich tauscht Rewe bei seinen Eigenmarke-Produkten Schokolade gegen eine Schoko-Alternative aus.
Am auffälligsten ist es bei dem Spritzgebäck „Schoko Tatzen“, die seit Neuestem nur noch „Süße Tatzen“ heißen. Wo vorher in kleiner Schrift unter dem Produktnamen „mit Bitterschokolade“ stand, steht nun „mit einer kakaofreien Schokoladenalternative mit gemahlenen Sonnenblumenkerne“. Ebenfalls von dem Schoko-Tausch bei Rewe betroffen ist das „ja! Spritzgebäck“, das zuvor „ja! Schoko Spritzgebäck“ hieß. Abgesehen davon änderte sich bei den Produkten nichts. Lebensmittelklarheit.de warnt daher vor Verwechslungsgefahr.
Rewe äußert sich noch nicht zur Schoko-Täuschung
Eine offizielle Stellungnahme von Rewe gibt es dazu noch nicht. Allerdings deuten Verpackungsänderungen darauf hin, dass die Supermarktkette versucht, den Schoko-Tausch als grünen Fortschritt darzustellen. So wirbt in der rechten Ecke der „Süße Tatzen“-Verpackung ein Siegel dafür, dass die Schoko-Alternative, die sie „Choviva“ nennen, weniger CO2 verursacht: „with tasty smooth Choviva, CO2 reduced“ heißt es dort.
Doch Kritiker winken ab. Die Zutatenliste zählt unter anderem auch pflanzliche Fette wie Palm und Shea auf, deren Umweltbilanz alles andere als sauber ist.
Rechtlich bewegt sich Rewe auf sicherem Terrain. Laut der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) müssen Lebensmittel das enthalten, was sie versprechen. Da die „Schoko Tatzen“ beispielsweise in „Süße Tatzen“ umbenannt wurden, müssen sie auch keine Schokolade mehr enthalten.


