Schock für Ostdeutsche: Sechs wichtige Städte im Osten drohen demnächst komplett vom Fernschnellverkehr der Bahn abgehängt zu werden. Betroffen sind vor allem Städte, die auch keinen Flughafen in der Nähe haben. Welchen Bahnhöfen die Abkopplung vom Fernverkehr droht, zeigt eine explosive Studie der Bahn-Gewerkschaft EVG, über die BILD berichtet.
EVG‑Studie warnt: Sechs Ost‑Städte vor Fernverkehr‑Aus
Anlass für die Studie ist der geplante Einstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo in den deutschen Markt. Ab 2028 will der italienische Anbieter mit 30 Schnellzügen der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. Aber nur auf zwei viel genutzten Strecken: München–Berlin–Hamburg und München–Stuttgart–Dortmund.
Evelyn Palla, die Chefin der Deutschen Bahn, warnte schon vor Streckenverlusten. Ihr Vorwurf: Italo suche sich nur hochprofitable Strecken heraus, es drohe „ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken“.
Das Problem: Die Deutsche Bahn finanziert mit den Einnahmen der gut laufenden Strecken die IC- und ICE-Verbindungen in kleinere Städte. Sinken aber die Einnahmen, fehlt dafür das Geld, Bahnhöfe müssten in der Folge vom Fernzugnetz genommen werden.
Die Bahn-Gewerkschaft EVG hat nun in einer Studie untersucht, welche Bahnhöfe zuerst von einem Aus betroffen wären. 16 Städte würden vom Fernzug-Schnellverkehr abgehängt werden – darunter besonders viele wichtige, ehemalige Bezirksstädte in Ostdeutschland.
Magdeburg, Rostock, Jena: Diese Städte wären besonders betroffen
Magdeburg würde laut dieser Studie täglich 30 Fernzüge (IC und ICE) verlieren, Rostock 20, Schwerin 10 und Jena 4. Chemnitz (4) und Cottbus (2) müssten auf für Pendler wichtige IC-Verbindungen verzichten.
Hart von möglichen Streckenstreichungen wäre laut EVG-Studie auch Bayern betroffen. Hier stehen Ingolstadt (50 Fernzüge), Augsburg (44) und Bamberg (35) im Fokus.

„Wenn Italo hier Rosinenpickerei betreiben darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerlegt das unseren Fernverkehr. Städte werden abgehängt, Wege werden länger“, warnt EVG-Chef Martin Burkert in BILD. Die Folge: Fahrzeiten verlängern sich enorm, Fahrgäste müssten dann mit langsameren Regio-Zügen zum nächstgelegenen Fernbahnhof fahren.



